Michael Knaus übernimmt ab dem 1. September zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe als Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit St. Luzius die Leitung der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen im Dekanat Zollern. Pfarrer Konrad Bueb, bisher Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen, wird zum 1. September gemeinsam mit Michael Knaus „Pfarrer in solidum“ in allen Pfarreien der beiden Seelsorgeeinheiten.
Zusammen mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden die beiden Pfarrer für die Seelsorge von rund 16 700 Katholiken in den Pfarrgemeinden Burladingen, Hausen, Melchingen, Ringingen, Salmendingen, Stetten u. H. und Jungingen sowie für Hechingen, Boll, Stein, Weilheim und Schlatt verantwortlich sein.

Wunsch von Pfarrer Bueb entsprochen

Wie das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg dazu am Sonntag mitteilte, wurde diese Personalentscheidung am Wochenende in den Gottesdiensten der Seelsorgeeinheiten bekannt gegeben. Die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte beider Seelsorgeeinheiten waren schon vorab schriftlich informiert worden.
In diesem Schreiben erklären die beiden Geistlichen, dass es Wunsch von Pfarrer Bueb gewesen sei, künftig vor allem von Aufgaben in der Verwaltung befreit zu werden. Konkret bedeute dies, dass Konrad Bueb weiterhin als Pfarrer mit Schwerpunkt auf den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen in der Seelsorge tätig sein werde und entsprechend Gottesdienste und Sakramente feiere. Michael Knaus hingegen werde in diesem Bereich vorrangig Verwaltungs- und Gremienaufgaben wahrnehmen, vor allem den Vorsitz im Stiftungsrat und als Mitglied im Pfarrgemeinderat sowie dessen Vorstand, das Seelsorgeteam und das Pfarrbüro leiten, aber auch punktuell Gottesdienste feiern. „So werden“, informieren die Pfarrer, „bei uns beiden die für die Gemeindeöffentlichkeit sichtbaren Aufgaben zunächst nicht gravierend verändert sein“.

Mehr Verwaltungsarbeit für Michael Knaus

Dieser, vor allem für Pfarrer Bueb, einschneidende Schritt sei, führen die Geistlichen weiter aus, schon seit einiger Zeit „von uns beiden mit dem Dekan in unterschiedlicher Weise besprochen“ worden. Die Verwaltung und die Aufgaben als Dienstvorgesetzter seien Pfarrer Bueb seit längerem zu einer Last geworden, die ihm die Arbeit sehr schwer gemacht habe. „Sein Charisma war und ist seit jeher die Seelsorge.“ Dafür möchte er für die kommende Zeit seine gesamten Ressourcen einsetzen. Auf diese Weise könne er bis zum Eintritt in den Ruhestand noch weiter verantwortlich als Seelsorger in seinen Pfarreien tätig sein.
Da seitens des Ordinariates bereits angedeutet wurde, dass es schwierig werde, aufgrund der sinkenden Priesterzahlen einen Leitenden Pfarrer für die Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen zu finden, und im Blick auf die einschneidenden Veränderungen in den nächsten Jahren („Kirchenentwicklung 2030“) habe sich Michael Knaus bereit erklärt, gemeinsam mit Konrad Bueb „hier etwas auszuprobieren, was uns allen Erfahrungen ermöglicht, die für den Weg in die Zukunft nützlich und wertvoll sein können“.

Erfahrungen für künftige Pfarrei sammeln

Es sei ausdrücklicher Wunsch des Erzbischöflichen Ordinariates gewesen, dass die strikten Zuständigkeiten aufgelöst werden, so dass voraussichtlich beide Seelsorgeteams für beide Seelsorgeeinheiten gleichermaßen angewiesen werden. So könne einerseits der gravierende personelle Einbruch bestmöglich aufgefangen werden, andererseits könnten auch so bereits Erfahrungen für die künftige Pfarrei, die auch die restlichen drei Seelsorgeeinheiten des ­Dekanates umfasst, gemacht werden.
Ihnen, machen Knaus und Bueb klar, sei durchaus bewusst, dass diese Entwicklungen nicht zwingend auf Begeisterung stoßen werde. Auch sie hätten sich am Beginn ihrer beruflichen Laufbahnen nicht träumen lassen, „wohin der Weg unserer Kirche gehen wird“. Aber die Situation sei so, wie sie ist. „Unsere Aufgabe ist es, daraus nicht nur das Beste zu machen, sondern tatsächlich etwas Gutes.“
Dieses Gute sei „für uns als Kirche aber immer das, was in der Überlieferung der Evangelien unter anderem mit ,Reich Gottes’ umschrieben ist. Dieses gilt es zu suchen und immer wieder zu finden – unter den Bedingungen dieser Welt“.

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