Die Berichterstattung der ARD und des ZDF am Wahlsonntag baute wesentlich auf der Prognose, den Hochrechnungen und einer differenzierten Analyse auf, die von Wahlforschern erstellt wurde. Ein üblicher Vorgang bei Wahlen.
Am Sonntag wurden in Baden-Württemberg in insgesamt 200 ausgewählten Wahllokalen entweder vom Berliner Umfrageinstitut Infratest dimap für die ARD oder vom Institut Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF Wählerbefragungen für diese Hochrechnungen durchgeführt.

Ein freiwilliger Dienst

Auch im Zollernalbkreis wurden Wähler befragt. Im Heselwanger Wahllokal, dem Gemeindehaus, waren zwei Korrespondenten der Forschungsgruppe Wahlen vor Ort. Kristine Judersleben und Georg Dietter kommen beide aus Haigerloch und haben sich für diesen freiwilligen Dienst gemeldet. Während Kristine Judersleben zum ersten Mal eine Wählerbefragung durchführte und dafür zwei Stunden online geschult worden war, war es für Georg Dietter bereits der dritte Einsatz für die Forschungsgruppe Wahlen, die seit 1974 Hochrechnungen und Prognosen für die Wahlsendungen des ZDF erstellt.

„exit polls“ in Wahllokalen

Die beiden Interviewer hatten ihre Tische im Vorraum des Wahllokals, sogenannte „exit polls“, aufgebaut und baten jeden zweiten Wähler nach dessen Stimmabgabe darum, einen anonymen Fragebogen auszufüllen. „Die Bereitschaft der Wähler, mitzumachen, ist groß“, meinte Georg Dietter. Nur wenige hätten es bislang abgelehnt, den kurzen Fragebogen auszufüllen.
Für Dietter ist es immer wieder erstaunlich, wie genau die Prognosen das spätere Wahlergebnis widerspiegeln. Ebenso staunt er jedes Mal, wie schnell die Wahlforscher die Ergebnisse, die er und seine Kollegin mehrfach am Wahlsonntag telefonisch übermitteln, erfassen. „Das geht ganz schnell.“
In Rosenfeld führte das Institut Infratest dimap die Wählerbefragungen in den Wahllokalen Heiligenzimmern und Leidringen durch.

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Unterwegs für Polit-Barometer & Co.


Die Forschungsgruppe .Wahlen (FGW) ist ein Institut für Wahlanalysen und Gesellschaftsbeobachtung mit Sitz in Mannheim. Seit 1965 waren Rudolf Wildenmann von der Universität Mannheim und sein Team beim ZDF zuständig für Wahlhochrechnungen und -prognosen. 1974 wurde die FGW als Verein eingetragen. 

Die Erforschung von Wählerverhalten ist ein Schwerpunkt der FGW. Hinzu kommt die kontinuierliche Beobachtung gesellschaftlicher Trends und Stimmungen. Die Forschungsergebnisse werden sowohl in den Sendungen zu bundesdeutschen Wahlen (als erste Prognose um 18 Uhr) als auch in den 14-täglichen Politbarometer-Sendungen zum Beispiel des ZDF veröffentlicht.