Projekt Voraussetzung für Balinger Parkkonzept ist: Bahn muss mitziehen

So könnte das Parkdeck über den Schienen am Lindle aussehen. Das Modell sieht eine Zufahrt von der Behrstraße aus vor. Die bisherigen Parkplätze neben dem Bahnhof könnten erhalten bleiben oder in eine andere Fläche umgewandelt werden.
So könnte das Parkdeck über den Schienen am Lindle aussehen. Das Modell sieht eine Zufahrt von der Behrstraße aus vor. Die bisherigen Parkplätze neben dem Bahnhof könnten erhalten bleiben oder in eine andere Fläche umgewandelt werden. © Foto: Animation
Balingen / Lydia Wania-Dreher 30.03.2017

Es gibt wenige Städte, die so eine Gegebenheit haben“, sagte Karlheinz Baumeister in der Stadthalle. Der Ostdorfer durfte seine Idee vom Parken über den Balinger Schienen (wir berichteten) in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorstellen.

Mit wenig Aufwand könnte man Parkflächen über den Gleisen entlang der Innenstadt schaffen, so sein Vorschlag. Aufgrund der Topographie wären dazu keine großen Erdbewegungen notwendig. Die Autofahrer könnten von der Behrstraße aus ebenerdig auf ein Parkdeck beim Bahnhof oder auf ein anderes beim City-Center fahren. In wenigen Schritten sei man dann in der Innenstadt, die dadurch vom Verkehr entlastet würde, so Baumeister. Gerade für Besucher aus Richtung Geislingen sei das praktisch.

Dass Balingen hier keine Vorreiterrolle einnehmen würde, zeigte er anhand mehrerer Fotos von anderen Städten, in denen  eine solche Bauweise bereits umgesetzt wurde.

Um sein Vorhaben noch besser zur verdeutlichen, ließ Karlheinz Baumeister auf eigene Kosten Skizzen von dem Balinger Architekten Suljo Candic anfertigen. Auf den Animationen ist zu sehen, wie sich die Parkbrücken in die Landschaft einfügen würden und welche Varianten möglich wären. „Hier ist noch nichts in Stein gemeißelt“, verdeutlichte Baumeister, wie variabel die Pläne sind. Auch in der Größe sei man völlig frei. Kleiner gehe immer, so der Diplomingenieur. Er rechnet mit relativ überschaubaren Baukosten.

Werner Jessen (Freie Wähler) bedankte sich bei Karlheinz Baumeister für die Anregungen. Man habe so etwas auch schon bei der B 27 am Krankenhaus ins Auge gefasst. Er gab jedoch zu bedenken, dass die aufgezeigten Flächen nicht der Stadt, sondern der Bahn gehören. „Man müsste mit der Bahn sprechen, ob sie hier mitziehen würde“, sagte Jessen. Das sollte nun der erste Schritt sein. „Bei Tunneln oder Unterführungen ist eine Bebauung darüber, wie etwa in Laufen, auch möglich“, sagte Karlheinz Baumeister. Werner Jessen begrüßte, dass Flächen, die für den Verkehr da sind, auf diese Weise zusätzlich für den ruhenden Verkehr genutzt werden könnten. „Es ist gut, dass man uns das vorstellt“, fand Erwin Feucht (B‘90/Grüne). Es sei auch eine Option für den aktuell laufenden städtebaulichen Wettbewerb. Die jetzigen Parkflächen am Lindle könnten so in Gewerbeflächen umgewandelt werden.

„Wir werden sehen, was wir in der weiteren Diskussion daraus machen können“, kommentierte Oberbürgermeister Helmut Reitemann etwas verhalten den Vortrag von Karlheinz Baumeister.