Engstlatt Viel Unverständnis über Tempo 130 auf B 27

Auf einer Länge von 1,5 Kilometern auf der Höhe des Balinger Ortsteils Engstlatt soll das Tempolimit von 120 auf 130 Stundenkilometer heraufgesetzt werden.
Auf einer Länge von 1,5 Kilometern auf der Höhe des Balinger Ortsteils Engstlatt soll das Tempolimit von 120 auf 130 Stundenkilometer heraufgesetzt werden. © Foto: Klaus Irion
Engstlatt / Thomas Godawa 28.11.2018

In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in Engstlatt am Donnerstagabend stand als erster Punkt eine Bürgerfragestunde auf der Tagesordnung. Dieser Punkt wurde dann auch gleich genutzt, um über die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Sigmaringen zu diskutieren.

Viel Neues im Vergleich zum Tag davor gebe es nicht zu berichten, so der Ortsvorsteher Klaus Jetter in der Sitzung. Das Telefon habe bei ihm den ganzen Tag nicht still gestanden und bei vielen Engstlattern, die sich gemeldet haben, herrsche großes Unverständnis über die Entscheidung, das Limit von 120 auf 130 Stundenkilometer heraufzusetzen und das auf einer Strecke von 1,5 Kilometern.

Er habe bereits ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister geführt, doch die Inhalte seien zunächst einmal nichtöffentlich und nur für die Ohren des Ortschaftsrates bestimmt.

Aus den Reihen der Zuhörer meldete sich der ehemalige langjährige Ortsvorsteher Hans Bitzer zu Wort. Zwar sehe die Erhöhung des Limits um zehn Stundenkilometer nach nicht viel aus. Allerdings wisse man aus Erfahrung, wenn 130 erlaubt sind, dann werde gerne auch mal schneller gefahren. Deshalb rege er an, nachts die Geschwindigkeit herunterzuregeln und tagsüber die 130 konsequent zu überwachen, um so auch weiterhin den Lärmschutz zu gewährleisten. Zudem müsse der Einsatz der Bürgerinitiative für ein niedrigeres Tempolimit weitergehen.

Ortsvorsteher Klaus Jetter zeigte sich grundsätzlich enttäuscht, wolle aber weiter keine Wertung abgeben, solange die Begründung des Urteils nicht vorliege. Erst dann könne man festlegen, wie ein Widerspruch innerhalb der vorgegebenen Frist von vier Wochen aussehen kann. Er wisse, dass die beiden Verkehrsbehörden in Hechingen und Balingen bereits in Kontakt sind.

Dabei sei das Engagement von Helmut Haug bei der Balinger Behörde besonders hervorzuheben. Immerhin habe man nach der Geschwindigkeitsbegrenzung feststellen können, das die Verkehrssicherheit zugenommen habe, denn es habe deutlich weniger schwere Unfälle gegeben und es seien deshalb weniger Unfallopfer zu beklagen gewesen.

In der Diskussion wurden auch die erst kürzlich montierten Mittelleitplanken auf der Bundesstraße angesprochen, die aus Sicherheitsgründen installiert worden seien, so ein Engstlatter. Und jetzt dürfe man wenige Tage später schneller fahren.

Man müsse die „Machenschaften“ dieser Einzelperson, des Klägers, stoppen, meinte Ortschaftsrat Rainer Schmid, und er wolle diesen Weg zusammen mit seinem Anwalt beschreiten.

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