Ratshausen Ursache für Fischsterben weiter unklar

Die Schlichem fließt idyllisch durch Rathausen. Allerdings ohne Fische.
Die Schlichem fließt idyllisch durch Rathausen. Allerdings ohne Fische. © Foto: Daniel Seeburger
Ratshausen / Daniel Seeburger 17.07.2018

Mindestens 1000 tote Fische. Es wird bis zu drei Jahre dauern, bis sich die Population in der Schlichem in Ratshausen regeneriert hat. Das war die Bilanz des Fischsterbens vor eineinhalb Wochen. Auf rund 400 Metern Länge gab es keine Fische mehr.

Die Ursache ist immer noch nicht bekannt. „Es gibt keine Ergebnisse“, erklärte Thomas Kalmbach, Pressesprecher der Tuttlinger Polizei. Die Polizei, die am Dienstag vor zwei Wochen informiert worden war, habe zwar unverzüglich Wasserproben genommen. Ob die Proben allerdings für eine Analyse aussagekräftig sind, könne noch nicht gesagt werden. Denn die toten Fische, die dann am Dienstag aus der Sächlichem gefischt worden sind, seien wahrscheinlich schon am Montag umgekommen. Das Problem sei, dass das Fischsterben erst sehr spät gemeldet worden ist, so Kalmbach.

Bei der Polizei geht man von mehreren Möglichkeiten aus, neben unbekannten Substanzen, die in die Schlichem gekommen sind, auch von Sauerstoffmangel. Ein Institut aus Tübingen untersucht derzeit die Wasserproben, die von den Polizeibeamten genommen worden sind. Dabei habe die Polizei den Fokus auch auf die Ablagerungen an den Einläufen der Verdolungen in die Schlichem gelegt. Dort könnten gefährliche Stoffe, so es sie denn gebe, länger nachgewiesen werden, als in einem fließenden Gewässer.

Ein Helfer hatte einige der toten Fische geborgen – und eingefroren, um sie später untersuchen zu lassen. Das sei für eine Analyse schlecht gewesen. Eine einfache Kühlung hätte genügt, so Kalmbach.

Vor einigen Tagen hat das Gesundheitsamt Wasserproben am Schömberger Stausee entnommen, der von der Schlichem gespeist wird. Die Badeseen im Zollernalbkreis würden regelmäßig überprüft, erläuterte Landratsamtssprecherin Marisa Hahn. Ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Bevor genau gesagt werden kann, was der Grund für den Tod der Fische und Kleinlebewesen war, sollten auch die Anlieger vorsichtig sein. Denn gerade für Kinder ist die Schlichem ein Anziehungspunkt – gerade wenn sie wenig Wasser führt.

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