Um über 10 Prozent ging die Zahl der Unfälle im Zollernalbkreis von 2019 auf 2020 zurück. Mit 3877 verzeichneten Unfällen ist der tiefste Stand seit 2016 erreicht (3725).
Die Zahl der Verletzten nahm im Vergleich zu 2019 sogar um über 20 Prozent ab (von 685 auf 540); jedoch blieb die Zahl der Verkehrstoten unverändert auf dem Niveau der beiden Vorjahre.
Ihre gute Seite hatten die Coronakrise und die Lockdowns: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Unfälle auf den Straßen im Zollernalbkreis um über 10 Prozent. Auch in fast allen Unfallkategorien gingen die Zahlen zurück. Mit acht Todesopfern im Straßenverkehr blieb die Zahl der Verkehrstoten dagegen unverändert auf dem Niveau der Vorjahre.

Vergleich mit Nachbarkreisen

Sowohl im Zollernalbkreis als auch in allen Nachbarkreisen gingen die Unfallzahlen 2020 zurück. Im Zollernalbkreis gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent zurück und erreichten den tiefsten Stand seit 2016.
In den Nachbarlandkreisen war der Rückgang jedoch noch größer: Im Landkreis Sigmaringen waren es 13,4 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahr; im Kreis Tübingen 15,4 Prozent; im Kreis Rottweil 15,5 Prozent, im Kreis Tuttlingen 17,7 Prozent, im Kreis Reutlingen 18,5 Prozent und im Kreis Freudenstadt sogar 30,4 Prozent.

Unfälle pro 100 Einwohner

Natürlich passieren in den bevölkerungsstarken Landkreisen auch mehr Unfälle, weshalb man die Einwohnerzahl (Stand 2019) mit der Gesamtzahl der Unfälle in Relation setzen muss, um die Unfallhäufigkeit in den Landkreisen zu vergleichen.
Hierbei hat der Zollernalbkreis, in dem auf die Einwohnerzahl 2019 noch die wenigsten Unfälle passierten, seine Spitzenposition eingebüßt. Mit etwas mehr als zwei Unfällen auf 100 Einwohner liegt der Zollernalbkreis knapp hinter Rottweil und Freudenstadt.
In Freudenstadt lag die Zahl der Unfälle pro 100 Einwohner sogar unter zwei. Das war in den vergangenen fünf Jahren in der gesamten Region nur einmal vorgekommen: 2016 im Zollernalbkreis.

Unfälle pro 100 Fahrzeuge

Auch wenn man den Kraftfahrzeugbestand (Stand 2020) und die Zahl der Unfälle ins Verhältnis setzt, passierten auf den Straßen im Kreis Freudenstadt die wenigsten Unfälle in der Region. Der Zollernalbkreis belegt auch hier den dritten Platz.

Sachschaden – Personenschaden

Der Großteil der Unfälle im Zollernalbkreis ging glimpflich aus. Bei knapp 89 Prozent der Unfälle blieb es bei Blechschäden. Bei 430 Unfällen wurden Verkehrsteilnehmer verletzt.

Verunglückte

Weniger Unfälle, weniger Verletzte, aber gleich viele Verkehrstote: Insgesamt wurden im vergangenen im Zollernalbkreis 540 Menschen bei Unfällen verletzt – 2019 waren es noch 685. Dabei stieg die Zahl der Schwerverletzten sogar leicht an, wurde aber durch den starken Rückgang der Leichtverletzten kompensiert.
Die Zahl der Verkehrstoten blieb mit 8 Todesopfern dagegen auf dem Niveau der beiden Vorjahre. 2017 und 2016 waren es dagegen noch 13.

Unfallbeteiligte

In fast allen Unfallkategorien sanken die Zahlen – teilweise sogar recht deutlich. Am stärksten war der Rückgang bei den LKW-Unfällen: Im Vergleich zu 2019 waren es 30 Prozent weniger.

Fußgängerunfälle

Fußgängerunfälle gingen um 15,9 Prozent zurück und Motorradunfälle um 12,3 Prozent. Lediglich bei den Fahrradunfällen gab es eine leichte Steigerung von 2 Prozent.

Zweiradunfälle

Um einen Unfall erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern im Vergleich zu 2019. Die Unfälle waren 2020 jedoch weniger schwer als im Vorjahr, denn sowohl die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten als auch die der Todesopfer sank – letztere erfreulicherweise sogar auf 0.

Motorradunfälle

Motorräder mit 50ccm Hubraum und mehr werden in der Unfallstatistik der Polizei gesondert aufgeführt. Im Gegensatz zur Gesamtzahl der Zweiradunfälle ging die Zahl der Unfälle bei den leistungsstarken Maschinen um 12,3 Prozent zurück.

Lastwagenunfälle

Unter allen Unfallkategorien war der Rückgang der bei den LKW-Unfällen mit 30 Prozent am größten. Während die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten zurückging, stieg die Zahl der Leichtverletzten bei LKW-Beteiligung an.

Fußgängerunfälle

Zwei Fußgänger kamen im vergangenen Jahr bei Unfällen ums Leben – zwei mehr als im Vorjahr. Ansonsten nahmen die Zahlen bei den Fußgängerunfällen analog zu den Gesamtzahlen ab.

707 Unfallflüchtige

Analog zu den Unfallzahlen sank auch die Zahl der Unfallfluchten. Während 2019 noch 916 Unfallbeteiligte vom Unfallort flüchteten, waren es 2020 noch 707 – ein Rückgang von 22,8 Prozent.

Alkoholunfälle

Auch die Zahl der alkoholbedingten Unfälle nahm 2020 ab. Besonders erfreulich: Im Zusammenhang mit einer Alkoholfahrt ist im vergangenen Jahr niemand ums Leben gekommen.

71 Unfälle mit Alkohol

Die Zahl der Alkoholunfälle ging zurück: 2019 waren es noch 82.

8 Unfälle mit anderen Drogen

Auch Unfälle im Zusammenhang mit anderen Rauschmitteln sind leicht zurückgegangen: von 10 auf 8.

Unfälle mit jungen Fahrern

Als „junge Fahrer“ gelten bei der Polizei Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren. Diese Gruppe war im Zollernalbkreis im vergangenen Jahr an 352 Unfällen beteiligt.
Während 2019 noch 3 Menschen bei Unfällen mit jungen Fahrern starben, kam 2020 in dieser Kategorie niemand ums Leben.

Unfälle mit Senioren

Auch die Unfälle mit Senioren-Beteiligung sind insgesamt zurückgegangen. Allerdings stieg die Zahl der Verkehrstoten bei solchen Unfällen von 3 auf 4 – und machte 2020 somit die Hälfte aller Todesopfer auf den Straßen im Zollernalbkreis aus.

Unfälle mit Kindern

Noch eine gute Nachricht: Die Zahl der Kinder (unter 13 Jahre), die im Straßenverkehr verletzt wurden, ist zurückgegangen. Zudem ist in den vergangenen drei Jahren kein Kind tödlich verunglückt.

Schulwegunfälle

Lockdown, Schulschließungen und Homeschooling machen sich auch bei den Schulwegunfällen bemerkbar: Die Zahl der Schulwegunfälle ging von 5 auf 2 zurück. Dabei wurden zwei Schüler leicht verletzt.

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