Endingen Umweltzone könnte bald Geschichte sein

In Endingen haben sich die Stickoxidwerte verbessert. Es könnte zur Aufhebung der Umweltzone kommen.
In Endingen haben sich die Stickoxidwerte verbessert. Es könnte zur Aufhebung der Umweltzone kommen. © Foto: Archiv
Endingen / Pascal Tonnemacher 20.08.2018
Stickoxide Die Werte in der Schömberger Straße in Endingen sinken weiter. Das Land arbeitet derweil an einem Konzept zur Aufhebung von Umweltzonen.

April 2017, Balingen bekommt die Umweltzone. Im Jahresmittel 2017 werden die Grenzwerte an allen Messstellen in Balingen eingehalten. Nur in der Schömberger Straße in Endingen wird daher in diesem Jahr noch gemessen. Die Werte des ersten Halbjahrs 2018 unterschreiten mit 31 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft den Grenzwert von 40 Mikrogramm deutlich. 2017 waren es in Endingen im Jahresmittel noch 34 Mikrogramm.

Könnte Balingen daher auf die Umweltzone verzichten? Oberbürgermeister Helmut Reitemann sagt dazu: „Uns wurde damals gesagt, dass die Umweltzone wieder abgeschafft werden kann, wenn drei Jahre in Folge der Grenzwert deutlich unterschritten wird.“ Entwickeln sich die Werte so weiter, könnte die Umweltzone 2020 ihr letztes Jahr in Balingen erleben.

Das Regierungspräsidium Tübingen teilet auf Anfrage mit, dass derzeit an einem landesweit einheitlichen Konzept gearbeitet werde, wie Umweltzonen aufgehoben werden können.

Die Messwerte, die die Stadtverwaltung von der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) bekommt, kommen seit diesem Jahr halbjährlich, nicht mehr monatlich. Das sei eine Entscheidung der LUBW gewesen, sagt Pressesprecher Daniel Hahn vom Regierungspräsidium.

Die Verbesserung der Werte von 34 Mikrogramm pro Kubikmeter auf 31 Mikrogramm folge einer Trendentwicklung, sagt Hahn. Auch die allgemeine Verbesserung des Fahrzeugbestands in Baden-Württemberg wirke darauf ein. Oberbürgermeister Reitemann sieht neben der Flottenerneuerung auch im guten Wetter in den vergangenen Monaten eine Begründung für den sinkenden Messwert.

Generell führt das Regierungspräsidium die Verbesserung der Luftqualität von 2013, als die Grenzwertüberschreitung gemessen wurde, bis 2017 primär auf die Umweltzone und die Beschränkung auf 30 Stundenkilometer in der Endinger Ortsdurchfahrt zurück. Von den anfänglichen 45 Mikrogramm hat sich der Stickoxidwert nun um 31 Prozent auf 31 Mikrogramm zurückentwickelt.

Eine Stabilisierung und Entwicklung, die Oberbürgermeister Reitemann begrüßt und durch den Einfluss der Maßnahmen, der Witterung und der Flottenerneuerung in gewisser Weise erwartet hat.

Und wie ist die Stimmung in der Bevölkerung in Sachen Umweltzone? Die hat sich laut Oberbürgermeister Reitemann verbessert. Bei der Einführung hätten sich noch viele Leute mit älteren Fahrzeugen, die umrüsten mussten oder Ausnahmegenehmigungen brauchten, beschwert. Mittlerweile sei dies abgeflacht.

Womöglich gibt es in absehbarer Zeit keinen Grund mehr zur Beschwerde. Doch egal, wie das landesweite Konzept aussehen wird: Umweltzone und Tempo 30 in Endingen können erst dann abgeschafft werden, wenn die Grenzwerte auch ohne diese Maßnahmen eingehalten werden. Denn der Stickoxid-Grenzwert ist, basierend auf europäischem Recht, zum Wohle der Bürger einzuhalten.

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