Albstadt Super Noten für Albstadt

Sowohl Gäste als auch Gastgeber stellen dem Tourismuskonzept beste Noten aus.
Sowohl Gäste als auch Gastgeber stellen dem Tourismuskonzept beste Noten aus.
HOLGER MUCH 12.12.2012
Albstadt hat sich etabliert. Als Tagesziel für Wanderer. Und die Gäste stellen dem noch jungen Tourismus in und um Albstadt beste Noten aus. Dies ergab eine Befragung von Gästen und Gastgebern.

Kurz gesagt: Albstadts Tourismus-Masterplan geht auf. Die Gäste kommen, nutzen die Angebote und zeigen sich rundum zufrieden. Kritikpunkte gibt es dagegen wenig. Dies geht aus einer Befragung von Gästen und Gastgebern deutlich hervor. Die Ergebnisse wurden gestern Mittag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Zufriedene Gesichter gab daher auch bei Albstadts Oberbürgermeister Dr. Jürgen Gneveckow und Tourismuschef Martin Roscher.

Albstadt hat sich etabliert: als Tagesausflugsziel für Wanderer. 85 Prozent von ihnen kommen aus dem Ländle, vor allem dem westlichen Albvorland und dem Stuttgarter Raum. 92 Prozent machen, meist in Kleingruppen bis zu vier Personen, Tagesausflüge zu uns. Acht Prozent machen einen mehrtägigen Urlaub. Die durchschnittlichen Ausgaben liegen bei 35,50 Euro am Tag.

Hauptgrund für den Besuch Albstadts ist mit 68 Prozent das Wandern, zu 18 Prozent das Mountainbiking und zu 8 Prozent Spazieren. Kulturelle Angebote kombiniert der Traufgang-Fan kaum. Lecker Essen gehen und danach ein Wellnesstag im Badkap - das liegt schon eher auf der Wellenlänge der Besucher.

Welches sind die beliebtesten Traufgänge? Seltsamerweise wird nicht das ausgezeichnete Zollernburg-Panorama an erster Stelle von den Besuchern erwähnt, sondern die Wiesenrunde und die Ochsenbergtour. Mountainbiker zeigen sich mit dem Service des Bikeparks zufrieden (Note 1,6), der Streckencharakter der MTB Route schafft es jedoch "nur" auf eine 2. Ganze 73 Prozent wollen sicher wieder kommen, 64 Prozent empfehlen Albstadt sogar weiter. Von den heimischen Gastgebern zeigen sich über 50 Prozent zufrieden. Besonders im Herbst und im Sommer brummte das Geschäft, es kommen immer mehr Wanderer. Teils fragen so viele Gäste an, dass mindestens fünf Anfragen nicht bedient werden können. Während 66 Prozent der Betriebe sich schon für den wachsenden Tourismus qualifizieren ließen, sind weitere 15 Prozent daran interessiert. Zufrieden zeigen sich die Gastronomen auch mit dem Amt für Tourismus.

Hagen Melzer von der Berliner Agentur M, die die Stadt von Anfang an in der professionellen Umsetzung des Tourismuskonzeptes unterstützt, zieht ein positives Fazit: Die Traufgänge haben sich etabliert, der Kunde ist zufrieden. Nun werden Schritte unternommen, dies auch im Bereich Mountainbiking zu erreichen. Zudem lobt er das gestiegene Bewusstsein und Verständnis der Gastgeberbetriebe für die modernen Qualitätsstandards.

Es war im Juli 2010, als der Gemeinderat der Stadt Albstadt beschloss, den so genannten "Masterplan Tourismus" ins Leben zu rufen. Der Schritt hin zu einer professionell aufgezogenen und professionell begleiteten Tourismusoffensive wurde als Chance gesehen, ein weiteres Standbein für die Kommune zu schaffen. Zu Recht, wie sich nun immer mehr herausstellt. Mit insgesamt 53 Maßnahmen wollte man dem für den Fremdenverkehr eher unbedeutenden Fleckchen Erde Geltung verschaffen. Die rund 45 000 Einwohner zählende Stadt auf der Südwestalb hat sich nicht nur nach Meinung von Wanderprofis, sondern auch nach Meinung der immer stärker strömenden Gäste zum "Vorzeigemodell" für die Alb gemausert. Dennoch, betont Tourismuschef Martin Roscher, werde und könne man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Die Konkurrenz schläft nicht. Mit einer Schärfung des touristischen Profils Albstadts, mit fünf Routen für Mountainbiker und mit Winterwanderwegen will man auf Erfolgskurs bleiben.