Dem riesigen Bullen, der mit seiner zotteligen Frisur und seinem sanften Gemüt trotz seiner Größe niedlich wirkt, ist die Anwesenheit des Journalisten mit Kamera nicht geheuer. Auch seine ebenfalls puscheligen Kollegen sind hin- und hergerissen zwischen Neugier und Vorsicht.

Doch als Tierhalter Ralf Maute einen Apfel aus der Tasche zieht und in kleine appetitliche Stückchen schneidet, trottet das große Tier interessiert heran, nimmt Maute vorsichtig das Apfelstückchen aus der Hand und mampft glücklich.

Auch der Tierhalter ist momentan nicht mehr ganz so verzweifelt wie noch vor wenigen Wochen (die HZ berichtete). Denn, so bestätigt Ralf Maute die Information von Albstadts Baubürgermeister Udo Hollauer, noch im Laufe des Januars werde es nun zu dem lange anvisierten Treffen kommen.

Vor Ort werden sich Vertreter der Stadtverwaltung Albstadt sowie des Landratsamtes mit Ralf Maute treffen, um die Gegebenheiten auf der Weide samt umstrittenem Hänger selbst in Augenschein zu nehmen und – das ist natürlich das Ziel der Aktion – gemeinsam eine für alle gangbare Lösung zu erarbeiten.

Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Landrat Günther-Martin Pauli die Tierhaltung Mautes als „sympathisch-kuscheliges Projekt“ bezeichnet und sich zuversichtlich gezeigt, dass es den beteiligten Verantwortlichen gelingen werde, „eine sinnvolle Lösung zu finden“. Auch Baubürgermeister Udo Hollauer äußerte sich optimistisch, die Angelegenheit im Sinne aller Beteiligten, inklusive der vierbeinigen, zu klären. An dem ungewissen Schicksal der momentan sechs Köpfe zählenden Herde des Hobby-Landwirts nimmt eine breite Öffentlichkeit Anteil. Viele Zollernälbler setzen sich engagiert dafür ein, dass die Herde auf ihrer Weide zwischen Margrethausen und Pfeffingen bleiben darf. Ralf Maute zeigt sich begeistert und regelrecht gerührt von dem in dem Ausmaß für ihn unerwarteten Zuspruch.

Ein Bekannter habe eine Aktion gestartet, bei der Shirts mit den Puschelkühen gedruckt werden. Ralf Maute aus Pfeffingen hat zudem eine Onlinepetition gestartet, die – so freut sich der Tierhalter – mittlerweile über 2500 Unterschriften sammelte.

Hintergrund: Anzeige wegen eines Anhängers


Ein Unbekannter hatte im vergangenen Jahr Anzeige erstattet, weil Ralf Maute das Heu für seine Hochlandrinder in einem Lkw-Anhänger lagert, der auf der Weide steht. Laut Gesetz darf er das aber so wohl nicht. Er darf es zumindest solange nicht, solange er die Haltung der Tiere als Liebhaberei betreibt und nicht, wie der Fachterminus heißt, als „privilegierter Landwirt“.

Bei dem Treffen im Laufe dieses Monats soll nun eine gütliche Lösung gefunden werden.