Schörzingen Spektakulärer Fund: Kunstnachlass aufgetaucht

Konrad Albert Koch wurde im früheren Gasthof Neuhaus in Schörzingen geboren.
Konrad Albert Koch wurde im früheren Gasthof Neuhaus in Schörzingen geboren. © Foto: Daniel Seeburger
Schörzingen / Daniel Seeburger 17.05.2018

Der Burgenmaler Konrad Albert Koch (1869 bis 1945) ist einer der großen Söhne Schörzingens. Peter Wagner forscht schon seit vier Jahren über den Künstler und hat bereits ein Buch über Kochs Werk geschrieben. Jetzt wartet der Forscher mit einer kleinen Sensation auf: In Ulm tauchte durch Zufall der gesamte künstlerische Nachlass von Konrad Albert Koch auf. Darin befinden sich über 200 bisher unbekannte Werke des Schörzinger Künstlers.

Peter Wagner ist begeistert. Die Familie Handgrätinger aus Ulm bewahrt den Nachlass des Schörzinger Künstlers seit fast 75 Jahren auf. Im August 1944, Koch lebte damals in Ulm-Söflingen, wurde seine kleine Wohnung bei einem Fliegerangriff zerstört. Er stand samt seinem künstlerischen Werk auf der Straße. Ihm blieb nichts anderes übrig, als es zu verkaufen. Wenige Monate später, am 22. April 1945, starb Koch völlig verarmt im Hilfskrankenhaus Riedhof in Grimmelfingen bei Ulm.

Durch den spektakulären Fund kann Peter Wagner seine Forschungen über Konrad Albert Koch weiter intensivieren. Die Familie Handgrätinger hat einen großen Teil des Nachlasses ans Ulmer Stadtarchiv gegeben. Dort ist es für Wagner zugänglich. Aber auch der bei der Familie Handgrätinger verbliebene Teil des Nachlasses ist für Peter Wagner einzusehen. „Wir dürfen immer kommen, um zu forschen“, erklärt er.

Unbekannte Stadtansichten

Unter den Werken Kochs, die jetzt aufgetaucht sind, befinden sich beispielsweise zahlreiche Stadtansichten, die bisher völlig unbekannt waren. Darunter auch eine Ansicht der Schörzinger Nachbargemeinde Wellendingen, aber auch Ansichten von Gammertingen, Geislingen/Steige, Reutlingen und Bad Urach. Mit den Fundstücken bietet sich Wagner eine neue Sicht auf das Werk des Schörzinger Künstlers. Vor allem über die Maltechnik Kochs habe er viel Neues erfahren können, so Wagner. Alle nun gefundenen Bilder seien auf gelbes Pergament gemalt und danach mittels Sonnenlicht auf lichtempfindliches Papier kopiert worden. Die Werke seien dann von zahlreichen Mitarbeitern koloriert worden, erklärt Peter Wagner. „Es ist unglaublich, was wir da gefunden haben“, sagt der Koch-Forscher. Zwischenzeitlich seien alle bisher bekannten Werke Kochs in 20 Ordnern dokumentiert und werden nun vom Schwäbischen Albverein digitalisiert.

Was Wagner auch freut: „Fast jede Woche kommt die Meldung über ein neues Werk herein.“ Konrad Albert Koch hat seine Bilder oft auf die Wände von Gasträumen in Wirtschaften gemalt – so auch in seinem Geburtshaus, dem früheren Gasthof Neuhaus in Schörzingen. „Der Umfang des Werkes kann noch nicht im Gesamten erkannt werden“, sagt Peter Wagner und schwärmt über seine „hochinteressante Arbeit“. „Es bleibt spannend“, erklärt er.

Info Heute, Donnerstag, 17. Mai, um 19 Uhr hält der Experte Peter Wagner einen Vortrag im Bürgerhaus in Schörzingen über die neuen Forschungsergebnisse im Fall des Burgenmalers Konrad Albert Koch.

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