Zollernalbkreis Servicepreis: Ausbildung als Fundament fürs Leben

Jürgen Greß, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb, setzt auf guten Service. Er sagt: „Daran muss man als Betrieb jeden Tag arbeiten.“
Jürgen Greß, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb, setzt auf guten Service. Er sagt: „Daran muss man als Betrieb jeden Tag arbeiten.“ © Foto: Katja Weiger
Zollernalbkreis / Katja Weiger 27.08.2018
Qualität und Verlässlichkeit: Jürgen Greß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, ist überzeugt, dass es im Zollernalbkreis guten Service gibt.

Das Handwerk hat immer noch den berühmten goldenen Boden. Davon ist Jürgen Greß, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb, überzeugt: Er wirbt für vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Das Handwerk hat aktuell volle Auftragsbücher, so hört man immer wieder. Wie stellt sich die Situation im Zollernalbkreis dar?

Jürgen Greß: Es ist viel Arbeit da, um es kurz auf den Punkt zu bringen. Ich kann jungen Menschen mit ehrlichem Herzen zu einer Ausbildung im Handwerk raten. Wer sich dafür entscheidet und seinen Kunden Qualität liefert, kann erfolgreich werden als Jungunternehmer.

Welchen Service bietet ein guter Handwerksbetrieb? Ganz grundsätzlich?

Greß: Qualität in seiner Arbeit, das liegt auf der Hand. Doch dazu kommen Verlässlichkeit, beispielsweise beim Abstimmen von Terminen, Preistreue und ein ordentliches Auftreten.

Verlässlicher Service mag auch davon abhängen, ob ein Betrieb genug Mitarbeiter findet. Wie sieht es im Zollernalbkreis bezüglich des Facharbeitermangels aus?

Greß: Auch hier im Landkreis fehlt es uns an Fachkräften. Branchenübergreifend suchen die Betriebe nach gut ausgebildeten Mitarbeitern, oft händeringend und ohne Erfolg. Doch es gibt auch Licht am Horizont. Ausbildungsplätze als Zimmermann oder Kfz-Mechatroniker sind bei jungen Menschen gefragt, auch der Beruf des Maurers wird wieder beliebter. Wo es uns wirklich massiv an Interessenten fehlt, ist im Nahrungsmittelbereich – und dabei haben wir so tolle Betriebe.

Wie werben Sie bei jungen Menschen für einen Handwerksberuf?

Greß: Auf allen Ebenen, das gebe ich ehrlich zu. Eine Ausbildung ist ein Fundament fürs Leben. Wir motivieren unsere Betriebe, sich in Schulen vorzustellen und Praktika anzubieten. Unsere Jugendfachgruppen leisten tolle Arbeit. Während einer Ausbildung lernt man – außer dem praktischen Tun – doch so viel mehr: den Umgang mit Menschen, Kommunikation, Organisation. Das Handwerk bietet mannigfaltige Möglichkeiten, nicht zuletzt durch verschiedene duale Ausbildungsmöglichkeiten in den einzelnen Berufszweigen.

Jungen Leuten stehen also alle Wege offen. Kann man das so pauschal sagen?

Greß: Ja! Zum einen ist der deutsche Gesellenbrief geschätzt auf der ganzen Welt. Zum anderen bietet eine solide Ausbildung beste Grundlagen, um „aufsatteln“ zu können. Zum Beispiel kann man nach der Lehre und der Gesellenzeit die Meisterprüfung ablegen, ein fachbezogenes Studium oder eine Weiterbildung beginnen. Wir helfen hier bei Fragen gerne weiter.

Welche Aufgaben haben Sie als Kreishandwerkerschaft generell?

Greß: Wir betreuen alle Innungen, und die Betriebe kommen mit sämtlichen Fragen und Problemen zu uns. Unsere Arbeit ist damit überaus vielfältig und spannend. Die Palette reicht von Arbeitsrechtsberatung über Inkassotätigkeiten bis hin zur Unterstützung bei der Buchhaltung. Außerdem organisieren wir Gesellen- oder Zwischenprüfungen sowie die Abschlussfeiern. Kurzum: Wir sind gerne das offene Ohr, wenn es irgendwo klemmt.

Der Zollern-Alb-Kurier und die Hohenzollerische Zeitung loben den Servicepreis Zollernalb aus, die Bezirksvereinigung der Volksbanken unterstützt die Medienhäuser als Sponsor. Was halten Sie persönlich von dieser Aktion?

Greß: An gutem Service muss man jeden Tag arbeiten, egal ob in Handwerk, Industrie oder Dienstleistung. Gute Betriebe wollen immer noch besser werden – deshalb ein Kompliment an alle Teilnehmer für die Initiative, sich an dieser Aktion zu beteiligen.

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