Absolut begeistert zeigten sich am Freitagmittag die Initiatorinnen der „fridays for future“-Veranstaltung vor dem Ebinger Rathaus: „Es ist total super gelaufen“, freuten sich Miriam Mehl und Lara Hölzel nach der Demonstration. Rund 30 Teilnehmer, erzählen die Schülerinnen, hätten sich angemeldet.

Zum Schluss hätten sich aber 150 bis 200 Schüler aus Albstadt, Balingen, Hechingen und Burladingen rund um den Brunnen in der Ebinger Marktstraße eingefunden: „Besser hätte es bei dieser Premiere gar nicht laufen können“, zog Lara Hölzel eine rundum positive Bilanz.

Umkehr in Sachen Klimaschutz

Bereits um 9 Uhr hatte der Klimastreik begonnen. „There is no planet B“, „Climate is changing“ , „Save the planet“, „Wir lernen nicht für eine zerstörte Zukunft“ oder „Ich glaube eher an Santa als an die Politik“, lauteten einige der zahlreichen Slogans, die die Schüler aus dem ganzen Kreis auf Plakaten präsentierten.

Die Botschaft, angelehnt an die populären Aktionen der schwedische Schülerin Greta Thunberg, war klar: Es geht um den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Planeten, um eine gesellschaftlich-politische Umkehr in Sachen Klimaschutz. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ skandierten die Schüler, oder „Lasst die Kohle in dem Boden, keiner soll die Wälder roden“.

Nicht nur die vier Organisatorinnen brachten die Botschaft eines umweltbewussten Verhaltens immer wieder unter die Menge, auch Streikteilnehmer traten immer wieder vors Mikrofon, um zu Achtsamkeit und Engagement aufzurufen.

„Es gibt natürlich große Dinge, die etwas bewirken“, sagte ein Schüler unter dem Applaus der Menge, „aber es sind die vielen kleinen Dinge, die wir alle jeden Tag tun können, die viel Wirkung zeigen“. Applaus gab es auch für den städtischen Mitarbeiter, der gerade dabei war, den Müll von der Straße zu sammeln.

Doch auch ganz konkrete regionale Probleme wurden angesprochen. So erging der Appell auch an die Vertreter der Regionalpolitik, endlich für einen funktionierenden, bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr zu sorgen. „Ich wohne in Tailfingen“, sagte die Sprecherin, „da kommt man abends, ist man in einem anderen Stadtteil, oft nicht mehr nach Hause“. Die Busse führen ab einer bestimmten Zeit gar nicht mehr und sonst auch nur jede Stunde. Zudem seien die Preise für Schüler und Studenten einfach zu hoch.

Appell: „Geht wählen“

„Besucht den Gemeinderat, sprecht eure Anliegen in der Bürgerfragestunde an, da haben viele Gemeinderäte sicher Angst vor euch“, sagte SPD-Stadträtin Lara Herter. Und Streiksprecherin Sima Garanpour appellierte an die versammelte Schülerschaft: „Am 26. Mai sind die Kommunalwahlen. Geht wählen. Tut was! Das ist eure Chance, etwas zu verändern.“

Auch die Situation am vergangenen Wochenende in Burladingen wurde angesprochen. Der Aufruf, sich dort an der Demo gegen die AfD-Versammlung zu beteiligen, wurde ebenfalls mit Applaus bedacht. Sie fände es schlimm, sagte eine Schülerin aus Burladingen am offenen Mikrofon, dass „so eine Partei in meiner Stadt über meine Zukunft entscheidet, meine Zukunft ruiniert“.