Dotternhausen/Schömberg Schömberg geht leer aus

LYDIA WANIA 23.10.2015
Dass der dm-Markt gerade in Dotternhausen ansiedelt, scheint einigen nicht zu passen. Stoppt der Regionalverband das Vorhaben?

"Eine Fraktion hat beantragt, ein Veto gegen den Bau einzulegen", sagt Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. Entschieden sei jedoch noch nichts. Um welche Fraktion des Regionalverbands Neckar-Alb es sich dabei handelt, ließ er offen.

"Bisher hat noch keine Sitzung zu diesem Thema stattgefunden", erklärt Verbandsdirektorin Angela Bernhardt. Doch es werde noch in diesem Jahr darüber beraten. Die geplante Filiale des Drogeriekonzerns im Industriegebiet Großer Acker in Dotternhausen soll kleiner als 800 Quadratmeter werden und fällt somit bebauungsplanrechtlich nicht unter die sogenannte Großflächigkeit. Dennoch bilde sie zusammen mit den anderen Märkten eine Agglomeration, erklärt Sprenger. Es bestehe ein räumlicher und funktionaler Zusammenhang. Dies sei außerhalb der Ober-, Mittel- und Unterzentren nicht erlaubt.

Schon im Juli sprachen sich die Mitglieder des Regionalverbands dafür aus, dass Bebauungspläne an die Ziele der Raumordnung anzupassen sind. "Hier besteht kein Abwägungsspielraum", heißt es in den Sitzungsunterlagen. Mit der Regelung sollen die Innenstädte und Ortsmitten vor dem Ausbluten geschützt werden.

In der Vergangenheit versuchte Schömberg vergeblich, die Drogeriekette in die Gemeinde zu locken. Auch die ehemaligen Schleckerfilialen seien laut Sprenger angeboten worden. "Die Absagen wurden damit begründet, dass die Einzugsgrenze von 10 000 Einwohner nicht erreicht wird", sagt der Bürgermeister. Seiner Meinung nach müsse man auch Gemeinden aus dem Landkreis Rottweil und Tuttlingen mit einrechnen. "Wir sind nicht gegen Dotternhausen. Ich verstehe jede Gemeinde, die sich über Neuansiedelungen freut", sagt Sprenger. Dennoch müsse die Steuerungsregel eingehalten werden.

Am Mittwoch, 28. Oktober, befasst sich der Schömberger Gemeinderat mit dem Thema. Schömberg war bereits 2007 gegen die Ansiedelung des Netto-Markts in Dotternhausen vorgegangen und mit der Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gescheitert.