Balingen Real-Bauantrag liegt nun vor

Dem angekündigten Verkauf der Realmärkte durch den Mutterkonzern zum Trotz: Die Wiedereröffnung des Realmarkts im Balinger Gewerbegebiet Auf Gehrn scheint gesichert. Seit kurzem liegt der Stadtverwaltung ein neuer, jetzt bestandschutzsicherer Bauantrag vor.
Dem angekündigten Verkauf der Realmärkte durch den Mutterkonzern zum Trotz: Die Wiedereröffnung des Realmarkts im Balinger Gewerbegebiet Auf Gehrn scheint gesichert. Seit kurzem liegt der Stadtverwaltung ein neuer, jetzt bestandschutzsicherer Bauantrag vor. © Foto: Lydia Wania-Dreher
Balingen / Klaus Irion 16.09.2018
Der Metro-Konzern verkauft die Realmärkte. Für Balingen hat dies aber wohl keine Auswirkungen. Der neue Markt soll kommen. Jetzt ist die Stadt am Zug.

Über den Verkauf der Sparte Real durch den Mutterkonzern Metro war schon länger spekuliert worden. Am Donnerstagabend wurde aus der Spekulation Gewissheit. Und sofort stellte sich die Frage: Hat der Verkauf Auswirkungen auf die Pläne, den ehemaligen Non-Food-Realmarkt Auf Gehrn zu einem gemischten Food-/Non-Food-Markt umzugestalten? Hatte die zögerliche Reaktion der Real-Verantwortlichen auf den Kompromiss im Balinger Real-Edeka-Streit, den das Regierungspräsidium und das Landeswirtschaftsministerium noch vor der Sommerpause ersonnen hatten, mit der unklaren Zukunft für die Realmarkt-Kette zu tun?

Von Seiten Real kam hierzu auf Anfrage ein klares Nein. „Der von der Metro beabsichtigte und am Donnerstag verkündete Verkaufsprozess von Real berührt in keiner Weise unsere laufenden Planungen für den Standort Balingen“, erklärte Real-Pressesprecher Markus Jablonski. Vielmehr sei von Eigentümerseite zuletzt ein Bauantrag bei der Stadt Balingen für die angemietete Filiale eingereicht worden. „Wir warten hier zusammen mit dem Eigentümer auf eine Entscheidung seitens der zuständigen Vertreter der Stadt Balingen“, so Jablonski weiter.

Das alles bestätigte Balingens Baudezernent Michael Wagner. Das Baugesuch von Real sei vor rund zwei Wochen auf dem Rathaus eingetroffen. „Es entspricht in punkto Verkaufsfläche nun genau den Anforderungen, die der Kompromiss vorsieht“, betont Wagner. Die Gesamtfläche läge demnach bei 3300 Quadratmetern, die Fläche für Lebensmittel inklusive der Getränkeabteilung bei 1400 Quadratmetern. Der Baudezernent hofft, dass das Baugesuch bis Ende Oktober alle vorgeschriebenen Stationen durchlaufen hat. „Denn eigentlich gibt es daran nichts mehr zu rütteln“, so Wagner.

Die Ausmaße entsprechen nun dem Bestandsschutz, der auf einem Bauantrag von 1973 beruht. Dass dennoch ein neuer Bauantrag notwendig sei, liege an kleinen baulichen Veränderungen. Anhand dessen, was der Stadtbaumeister im neuen Plan schon gesehen hat, erwartet er, dass das Gebäude in der Außenansicht „eine ordentliche, attraktive Geschichte wird“. Am Montag diskutieren die Endinger Ortschaftsräte über den neuen Bauantrag.

Viel mehr als die Fassade des künftigen Realmarkts treibt Wagner der derzeitige „hohe Kaufkraftabfluss im Bereich der Lebensmittel in Richtung Albstadt, Hechingen und Dotternhausen“ um. Ausgelöst nicht zuletzt durch die Schließung der Realmärkte. „Das müssen wir schnellstens wieder ändern.“ Was mit Blick auf den demnächst schließenden Rewe-Markt im City-Center nicht unbedingt einfacher wird.

Noch hat der Baudezernent die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass sich in Sachen Lebensmittler im City-Center doch noch etwas ergeben könnte. „Wir wären als Stadtverwaltung zu manch einer Schandtat bereit, wenn wir neben dem Lidl und dem Biomarkt B2 in der Innenstadt weitere Nahversorger dauerhaft halten könnten.“

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