Albstadt Prozess um Schlägerei in Disco

Verhandelt wird die Schlägerei vor dem Landgericht Hechingen.
Verhandelt wird die Schlägerei vor dem Landgericht Hechingen. © Foto: Pascal Tonnemacher
Albstadt / Holger Much 07.11.2018
Albstadt/Hechingen, 06.11.2018Prozess um Schlägerei in Ebinger Disco: Tumult vor dem DJ-Pult Drei junge Frauen müssen sich wegen Körperverletzung vor dem Hechinger Landgericht verantworten.

Anfang Mai 2017 ist es in einer Albstädter Disco zu einer Schlägerei unter jungen Frauen gekommen. Es wurde geschubst, an den Haaren gezogen, gekratzt, aber auch fest zugeschlagen und verletzt.

Drei Frauen sitzen auf der Anklagebank, zwei haben Anzeige erstattet. Bereits Mitte 2017 wurde die Sache vor dem Ebinger Amtsgericht verhandelt. Damals wurde eine zu einer Geldstrafe von mehreren Tagessätzen verurteilt, die beiden anderen frei gesprochen.

Die beiden Klägerinnen aber gingen in Berufung, weshalb der Tumult vor dem DJ-Pult nun vor der Kleinen Strafkammer des Hechinger Landgerichts erneut verhandelt wird.

Was genau sich zugetragen hat, das versucht das Gericht erneut zu klären. Die ganze Angelegenheit sei vor Gericht gekommen, erläuterte der Richter, weil der Angriff zunächst wie eine gemeinschaftlich geplante Sache gewirkt habe.

Wie sich am Dienstag andeutete, kannten sich die drei Angeklagten aber nur flüchtig. Eine der Angeklagten hat sich, so begann der Abend des Zwists, betrunken und in beleidigender Weise in das Gespräch zweier Besucherinnen eingemischt. Die zweite Angeklagte griff schlichtend ein.

Erst ein, zwei Stunden später spitzte sich die Situation auf der Tanzfläche zu aus Gründen, die noch unklar sind.

Auslöser scheint der Tanzstil der Klägerinnen zu sein, von ihnen selbst als „fröhlich“ bezeichnet. Der als Zeuge vernommene DJ urteilte: „Die hatten halt Spaß.“ Sie wollten niemanden ärgern, beteuerten auch die Klägerinnen.

Die Angeklagten selbst und eine Zeugin bezeichneten den Tanzstil aber als „provokant“. Eine der Angeklagten sei „angetanzt“ worden, so lange, bis diese sich mit einem Stoß gewehrt habe.

Die Schubsende sagte aus, die Geschubste habe sich nach dem Stoß umgedreht und ihr in die Haare gegriffen, was sie erwiderte. Beide stürzten.

Die Geschubste macht geltend, mindestens zwei der Angeklagten hätten sie angegriffen. Weitere Personen, die beim Handgemenge wohl mitmachten, konnten nicht ermittelt werden.

Der bis dato unbeteiligten dritten Angeklagten wurde zu diesem Zeitpunkt die Nase gebrochen. Daher ging sie auf die Freundin der am Boden Liegenden los, da sie dachte, diese habe sie geschlagen. Die wiederum beteuert, sie sei grundlos angegriffen worden.

Der DJ erinnert sich an „keine mädchenhaften Schläge“.

Am Dienstag, 20. November, soll das Urteil fallen.

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