In den vergangenen Tagen häufen sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen wieder die Fälle, in denen sich dreiste Telefonbetrüger als Polizeibeamte, andere Amtspersonen oder gar Familienangehörige ausgeben und so versuchen, vorwiegend Senioren zur Übergabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen. Im Laufe der vergangenen Woche haben die Kriminellen auf diese Weise Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro erbeutet.

Um die Mittagszeit meldete sich ein selbsternannter Oberkommissar Huber telefonisch bei einem über 80-jährigen Mann aus Tübingen und gaukelte dem Senior vor, dass gegen ihn ein internationaler Haftbefehl aus der Türkei vorläge. Außerdem drohte der vermeintliche Beamte dem Tübinger mit seiner unmittelbar bevorstehenden Verhaftung.

Nur kurze Zeit später gab sich ein weiterer Betrüger am Telefon als Generalstaatsanwalt aus und forderte von dem Senior mehrere tausend Euro Kaution. Andernfalls müsse dieser bei einer in der Türkei anberaumten Gerichtsverhandlung erscheinen. Das Opfer wurde derart unter Druck gesetzt, dass es schließlich den Forderungen nachkam und den Betrag überwies.

Als sich am Mittwoch der vermeintliche Generalstaatsanwalt erneut bei dem Mann meldetet und zur Abwendung einer Haftstrafe in der Türkei wiederrum Geld verlangte, flog der Betrug auf. Die Kriminalpolizeidirektion Esslingen hat zwischenzeitlich die Ermittlungen aufgenommen.

In letzter Zeit kam es in mehreren Gemeinden ebenso zu Anrufen, in denen sich die Betrüger als Familienangehörige ausgegeben haben und mit der frei erfundenen Geschichte, sich in einer Notlage zu befinden, Bargeld forderten. In diesen Fällen reagierten die Opfer der Anrufer glücklicherweise richtig, gingen nicht auf die Forderungen ein und zeigten den Betrugsversuch bei der Polizei an, sodass kein Schaden entstand.

Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern und rät:


► Niemals rufen Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen bei Ihnen an und fragen Sie nach ihren Vermögensverhältnissen aus. Geben Sie niemandem derartige Auskünfte.
► Fragen Sie genau nach, wenn sich ein unbekannter, angeblicher Angehöriger meldet und von sich aus seinen Namen nicht nennt. Bieten Sie dem Anrufer auf keinen Fall einen Namen an, den er dann nutzen kann, um weiter Ihr Vertrauen zu erschleichen.
► Notieren Sie sich auf jeden Fall die Telefonnummer des Anrufers und überprüfen Sie seine Angaben mit Hilfe eines Angehörigen oder einer anderen Vertrauensperson.
► Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
► Übergeben oder überweisen Sie nie Geld an einen Fremden.
► Wenn sich der Verdacht ergibt, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt, melden Sie diesen unverzüglich der Polizei.