Balingen Nacktfotos auf Facebook kommen teuer zu stehen

Die Angeklagte beteuerte vor dem Amtsgericht Balingen, dass es ein Versehen gewesen sei, die Fotos auf Facebook hochgeladen zu haben.
Die Angeklagte beteuerte vor dem Amtsgericht Balingen, dass es ein Versehen gewesen sei, die Fotos auf Facebook hochgeladen zu haben. © Foto: Pascal Tonnemacher
Balingen / Pascal Tonnemacher 13.08.2018
Zwei junge Balinger müssen für eine „kindliche Dummheit“, wie die Angeklagte die Tat bezeichnete, eine Geldbuße bezahlen.

Das Amtsgericht Balingern hat am Montag mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine junge Balingerin und ihren jungen Balinger Freund gegen die Zahlung einer Geldbuße vorläufig eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Pärchen vorgeworfen, das Smartphone der Ex-Freundin des Angeklagten Mitte 2016 gestohlen zu haben und anschließend Nacktfotos der Besitzerin auf Facebook hochgeladen zu haben, auf der sie für Bekannte eindeutig zu erkennen sei.

Die Angeklagte nahm ausführlich zur Tat Stellung: Sie gab zu, das Smartphone der Geschädigten in einer Balinger Kneipe gefunden zu haben und ihr lediglich die SIM-Karte zurückgegeben zu haben. Unter dem falschen Vorwand, das Gerät orten zu wollen, haben die beiden Angeklagten mehrere Tage später bei einer zufälligen Begegnung den Entsperrcode von ihr bekommen.

Anschließend habe die Angeklagte aus Versehen Nacktfotos der Besitzerin, die auf dem Smartphone waren, auf Facebook hochgeladen. „Ich war mit dem Finger auf dem Display, ich wollte das nie“, beteuerte die junge aufgelöste Balingerin vor Gericht.

Ihr mitangeklagter Freund, der bei der Tat nicht im Raum war, hatte ihr nach der Tat geraten, damit aufzuhören, da ansonsten etwas Dummes passiere. Sie wollte das Foto anschließend löschen, doch es sei ihr nicht mehr gelungen. Wer die Fotos nach einer Stunde schlussendlich gelöscht hat, blieb unklar. Einige Freunde der Geschädigten haben die Fotos laut Staatsanwaltschaft jedoch gesehen.

Der angeklagte junge Balinger sagte aus, das Handy an die Geschädigte, seine damalige Freundin, verliehen zu haben. Als die Beziehung in die Brüche ging und sie ein neueres Handy bekam, wollte er das Gerät zurück. Die Geschädigte behielt es jedoch. Der Plan sei daher gewesen, den Entsperrcode des Smartphones zu bekommen, um es zurückzusetzen und anschließend verkaufen zu können.

Die Angeklagte beteuerte mehrfach, dass ihr die Tat Leid tue. „Das war eine kindliche Dummheit“, sagte sie. „Ich weiß, dass es falsch war.“ Bei der Geschädigten, die als Zeugin geladen war, aber nicht erschien, habe sie sich zwischenzeitlich mehrmals entschuldigt. Sie habe sich wieder mit ihr versöhnt.

Die junge Balingerin muss 800 Euro an die Straffälligenhilfe Hechingen, der junge Balinger 600 Euro an die Gerichts- und Bewährungshilfe Hechingen zahlen. Richterin Traude Kurz war sicher, dass zumindest die junge Balingerin ihre Lektion gelernt hat und die Tat bereut.

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