Es war ein großer Schreck, der den Fußballern in Heiligenzimmern im wahrsten Sinne des Wortes durch die Glieder gefahren war. Quasi ohne jede Vorwarnung hatte ein Blitz wohl in unmittelbarer Nachbarschaft des in einem Waldstück hoch über Heiligenzimmern gelegenen Sportgeländes eingeschlagen. „Dieser Umstand ist mir sehr wichtig, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die meinen, es sei unverantwortlich gewesen, bei dieser Witterung überhaupt zu trainieren“, betonte Ortsvorsteher Rolf Kotz auf Nachfrage.

Ein Blitz wie aus dem Nichts

Kotz selbst hatte von dem Ereignis bei einer Hockete unten im Ort erfahren und kann deshalb auch mit Bestimmtheit sagen, dass außer dieses einen Blitzes mit Ausnahme einiger dicker Regentropfen keinerlei weitere Gewitterereignisse über Heiligenzimmern niedergingen. „Richtiger Regen hat erst einige Zeit später eingesetzt, war aber dann auch schnell wieder vorbeigezogen. Man kann also offensichtlich sagen: Der Blitz hat die Fußballer nicht nur im übertragenen Sinne aus heiterem Himmel getroffen. Um so glücklicher waren alle im Ort, dass den Getroffenen offensichtlich nichts Schlimmeres widerfahren ist.

Keiner erlitt Verbrennungen oder andere schwere Verletzungen. Einer der Trainierenden war jedoch wohl kurze Zeit ohne Bewusstsein. „Er wird wohl noch bis Anfang der Woche zur Überwachung im Krankenhaus bleiben müssen“, erklärte Ortsvorsteher Kotz.

Spielern zog es die Beine weg

Und wie haben Betroffene selbst den Blitzeinschlag erlebt? Aaron Haid, der Spielführer der 1. Mannschaft, berichtet: „Wir befanden uns auf dem Platz zum Trainieren, als unvermittelt ein Blitz aufleuchtete, gefolgt von einem Wahnsinnsdonnerknall und dann war es schon wieder vorbei.“ Er habe eine unvorstellbare Spannung hinter sich gespürt und sich unvermittelt umgedreht, weil er gar nicht kapiert habe, was geschehen war. „Einigen Spielern hatte es einfach die Beine weggezogen. Wir halfen einander und flüchteten in die Kabine.“

Ein schwerer Schlag auf den Kopf

Der stellvertretende Spielführer Sebastian Wörz beschreibt die Schrecksekunden wie folgt: „Für mich war der Blitzschlag wie ein ungemein schwerer Schlag auf den Kopf, dann bin ich umgeknickt.“ In der Kabine hätten manche dann ein Kribbeln in den Gliedmaßen und Kopfweh verspürt, ansonsten sei es ihnen gut gegangen.

Auch Bernd Buk, Vorsitzender des SV Heiligenzimmern, zeigte sich sehr erleichtert, dass alles nochmals glimpflich abgegangen war. Sein Lob galt den Einsatzkräften, die schnelle und gut koordinierte Hilfe leisteten. Die 15 Fußballer im Alter zwischen 18 und 49 Jahren waren zur vorsorglichen Beobachtung in die Kliniken in Balingen, Ebingen, Oberndorf und Rottweil gebracht worden.

Auch Sportverein vom Einschlag betroffen

Wo der Blitz am Freitagabend genau eingeschlagen hat, ist (noch) nicht zu sagen: Am wahrscheinlichsten ist es, dass der Blitz einen Baum beim Sportplatz getroffen hatte. Dort sah man leichte Brandspuren, die Blätter des Baumes fehlten an einigen Ästen und bei einem darunter parkenden Auto hatte es den Außenspiegel zerrissen. Fakt ist: Der Blitzeinschlag hat auch einige elektrische Geräte im Sportheim des SV Heiligenzimmern und das Flutlicht in Mitleidenschaft gezogen.

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