Seit dem November 1977 residiert die Musikhistorische Sammlung Jehle in ihren speziell für sie adaptierten Räumlichkeiten im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, haben die Museen Albstadt am Sonntag zu einem Festakt geladen. Dieser gestaltete sich nicht nur informativ, sondern auch künstlerisch wertvoll.

Ein Ereignis sollte eine Jubiläumsfeier immer sein und gerade dann, wenn das Jubiläum noch nicht so ganz rund wie sonst üblich ist. Feste soll man aber feiern, wie sie fallen, und zu feiern gibt es in Bezug auf die exquisite Sammlung schließlich genug.

Rückblick auf die Anfänge

Das Leitmotiv der Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Anton Reger aufgreifend, war nicht nur den jungen Stuckateuren beim Renovieren des Stauffenberg-Schlosses ein Meisterstück im wahrsten Sinne des Wortes gelungen, sondern auch der jungen Stadt Albstadt selbst. Hatte sie doch auf Anregung von Hans Hoss hin die ursprünglich in Ebingen angesiedelte Sammlung, aufgrund einer anderen, ebenfalls höchst willkommenen Stiftung, in die Räumlichkeiten des noch durch die Gemeinde Lautlingen erworbenen Schlosses umgesiedelt.

Mit solchen Details beschäftigte sich der Festvortrag von Dr. Volker Jehle nur am Rande. Für seine Ausführungen bemühte er weniger das erschlagende Faktische des Datenmaterials als vielmehr das, was in geschichtlichen Zusammenhängen eigentlich zählt: die Menschen. Diese haben, fasst man den rhetorisch brillanten Vortrag in einen Satz zusammen, mit viel Liebe zur Sache und der notwendigen Leidenschaft, dem Gemeinwohl einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Dass es dabei auch „menschelte“, verleugnete der jüngste Stiftersohn im Rahmen seines Vortrages nicht.

Bezaubernde Anekdoten gab es für ein leider nicht ganz so zahlreich vorhandenes Publikum zu genießen, darunter die ereignisreiche Geschichte der geschwisterlichen Rettung eines Stutzklaviers vor der Vernichtung oder die Schwierigkeiten der Vorfahren mit den Errungenschaften der ersten aus Wachs gefertigten Speichermedien für Musikgeschichte.

Musikalische Höhepunkte

Es wäre frevelhaft gewesen, diesen Jubiläumsfestakt nicht auch mit Klingendem zu bereichern. Doch für das, was die Flötistin und Spezialistin für alte Musik, Laura Schmid, und Cembalist Dieter Weitz geboten haben, nur den Begriff einer musikalischen Umrahmung zu verwenden, würde deren Leistung schmälern. Von einem Höhepunkt des Abends muss gesprochen werden, wenn man das Spiel des Duos genau betrachtet.

Mit Klassikern von Johann Joachim Quantz, Arcangelo Corelli und Johann Sebastian Bach wussten die beiden Ausführenden mit technischer Finesse, ausgefeilter Tongebung und feinem Zusammenspiel als Dialogpartner zu überzeugen. Ein glücklich erfüllter Saal dankte es ihnen mit Applaus.

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Jahre ist die Musikhistorische Sammlung Jehle schon im Stauffenberg-Schloss in Lautlingen untergebracht. 1977 wurden sie dorthin umgesiedelt.