Kaiseringen Mit dem Pedelec rund um Deutschland

Von Kaiseringen bis nach Wilhelmshaven an der Nordsee: Albrecht Conzelmann hat dafür rund 1700 Kilometer zurückgelegt.   
Von Kaiseringen bis nach Wilhelmshaven an der Nordsee: Albrecht Conzelmann hat dafür rund 1700 Kilometer zurückgelegt.   © Foto: privat
Kaiseringen / Volker Schweizer 30.06.2018
Albrecht Conzelmann hat mit seinem Pedelec 1700 Kilometer zurückgelegt.

Auf die Idee, mit dem Rad auf eine so lange Reise zu gehen, kam der Hobbysportler, als er in Breisach einen Deutschlandumrunder kennenlernte. Nach dieser Begegnung stand für ihn fest: „Wenn ich in Rente bin, möchte ich ein ähnliches Projekt in Angriff nehmen.“ Ihn reizen die verschiedenen Landschaften, er will wissen, wie Deutschland im Grenzbereich aussieht, wie dort gesprochen wird und was es an Spezialitäten zu essen gibt.

Für die erste Etappe musste sich der Kaiseringer nicht groß vorbereiten. „Ich bin körperlich fit“, betont der 63-Jährige, der regelmäßig schwimmt und ausgiebig Nordic Walking macht. Sein Rad kennt er in und auswendig. Er ist damit fast jedes Wochenende in Richtung Donau- und Laucherttal unterwegs.

Seine Freunde überreichten ihm Ende Mai beim Start in Kaiseringen einen Button, über den er sich mächtig freute und den er sich gleich an sein Shirt heftete. Darauf stand geschrieben: „Deutschlands Grenzen erfahren – die Kraft aus dem Südwesten“. Zunächst radelte Albrecht Conzelmann an den Bodensee. Dann ging es weiter entlang der Schweiz und der Nachbarländer Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden, bis er am 17. Juni schließlich die Nordseestadt Wilhelmshaven erreichte. Das Besondere war, dass sich der Hobbysportler die Übernachtungsmöglichkeiten jedes Mal spontan organisierte. Er wollte in keinen Gasthof oder eine Pension. „Die menschlichen Begegnungen sind mir wichtig“, betont Conzelmann. Gerne erinnert er sich an den Abend, als er in der Südeifel auf Landwirte traf, die gerade mit der Heuernte beschäftigt waren. Er müsse sich gedulden, habe es geheißen, aber im Kühlschrank könne er sich schon mal bedienen, da sei reichlich Bier und etwas zu essen. Für Conzelmann „Gastfreundschaft pur“. Gerne erinnert sich der Kaiseringer auch an eine Nacht in einem Pod unmittelbar am Hochrhein.

Glück mit dem Wetter

Gab es Probleme mit dem Rad oder gar einen Unfall? „Nein, sogar mit dem Wetter hatte ich Glück“, freut sich der Radler. In den drei Wochen habe es nur viermal für gut eine halbe Stunde geregnet. In Holland, berichtet Albrecht Conzelmann, seien die Autofahrer besonders rücksichtsvoll. Sie würden einem stets die Vorfahrt gewähren, ja sogar anbieten. Auf der Vennbahn, die bei St. Vinth in Belgien beginnt und in Aachen endet, war er besonders gerne unterwegs. Es handelt sich dabei um eine stillgelegte, rund 125 Kilometer lange Bahnstrecke, die eine Steigung von gerademal zwei Prozent aufweist. Im nächsten Jahr will sich Conzelmann wieder auf den Sattel schwingen. Im Frühjahr soll es von Wilhelmshaven nach Görlitz gehen, im Herbst von Sachsen wieder zurück ins Schmeiental. Wenn er dann in Kaiseringen ankommt, hat er in drei Etappen zusammen rund 5000 Kilometer zurückgelegt. Er freut sich schon auf die nächsten Touren: „Radeln schafft ein riesiges Freiheitsgefühl, man kommt zu sich selbst.“ Mit seinem Unternehmen wolle er auch ein Zeichen für das Rad setzen. Gerade für Kurzstrecken müsse man nicht immer das Auto nehmen.

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