Stetten a.k.M. Ministerin besucht die Albkaserne

Im Unterrichtsraum lässt sich die Verteidigungsministerin zeigen, wie die Simulatoren funktionieren.
Im Unterrichtsraum lässt sich die Verteidigungsministerin zeigen, wie die Simulatoren funktionieren. © Foto: Gudrun Stoll
Stetten a.k.M. / Gudrun Stoll 21.08.2018
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Montag das Artilleriebataillon 295 in der Albkaserne in Stetten a.k.M. besucht.

Pünktlich fuhren die beiden dick gepanzerten Mercedeslimousinen in der Kaserne vor. Ursula von der Leyen stieg aus, gingen eiligen Schrittes und mit einem strahlenden Lächeln auf Bataillonskommandeur Kim Oliver Frechrichs zu, durchlief Hände schüttelnd das Spalier der lokalen Prominenz und nahm, dem Protokoll folgend, Aufstellung fürs offizielle Pressefoto.

Die Bundeswehr überließ bei dem wochenlang vorbereiteten Besuch nichts dem Zufall. Der Zeitplan war mit eineinhalb Stunden eng getaktet, nach der Kurzvisite auf dem Großen Heuberg ging's für die Ministerin im Heli gleich weiter nach Niederstetten im Main-Tauber-Kreis zum Transporthubschrauberregiment 30. Als dritte Station ihrer Sommerreise durch Baden-Württemberg besucht die Ministerin am Dienstag das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm.

Ursula von der Leyen lobte am Montag schon in der Albkaserne die optimalen Bedingungen, die gerade Baden-Württemberg für die Bundeswehr vorhalte, nicht zuletzt durch die hohe Akzeptanz der Soldaten in der Bürgerschaft. „Wo Gemeinde, Landkreis und Abgeordnete hinter der Bundeswehr stehen, hat die Bundeswehr Zukunft“. Diese Worte unterstrich die Ministerin mit einem freundlichen Nicken, das Stettens Bürgermeister Maik Lehn, Sigmaringens Landrätin Stefanie Bürkle und dem Wahlkreisabgeordneten Thomas Barreiß galt. Mit den 2400 zivilen und militärischen Mitarbeitern samt der übenden Truppe ist Stetten a.k.M. mittlerweile zur größten und bedeutendsten Garnison im Südwesten geworden – und wächst weiter.

Der Bund investiert, was für die Stettener keine Neuigkeit ist, in den kommenden Jahren 180 Millionen Euro in die Infrastruktur des Standortes. Von der Leyen informierte sich in der Albkaserne konkret über die Arbeit und die Fähigkeiten des Artilleriebataillons 295, das im Jahr 2016 von Immendingen an seinen neuen Standort verlegt hat.

Als Bestandteil der deutsch-französischen Brigade verfügt es über die gesamte Bandbreite an moderner Artillerie. Hauptwaffensysteme sind der Raketenwerfer MARS und Panzerhaubitzen 2000, zur Ausstattung gehören außerdem modernes Ortungsradar und Drohnen.

In den 60 Jahren seines Bestehens war das Artilleriebataillon 295 an zahlreichen Großübungen und Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt, zuletzt 2016 bis 2018 bei der NATO-Mission in Litauen als Reaktion auf Russlands Annexion der Krim und den Krieg in der Ukraine. Derzeit bilden die Stettener alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr aus, die an der europäischen Trainingsmission in Mali teilnehmen. Gleichzeitig entsendet das Bataillon in 2018 und 2019 Soldatinnen und Soldaten in die Einsätze der Bundeswehr in Mali.

Die Ministerin konnte sich bei ihrer Kurzvisite ein Bild davon machen, wie die Artilleristen ausgebildet werden, wie Simulatoren eingesetzt werden und wie das weitreichende Feuer in das aufgeklärte Ziel gelangt. Sie suchte auch das persönliche Gespräch mit den Soldaten.

Als Ursula von der Leyen zum Abschluss für ein kurzes Statement ans Mikrofon trat, lobte sie die Offiziere und Soldaten in den höchsten Tönen. Sie habe hier eine sehr professionelle, hochmotivierte Truppe erlebt.

Die Bundeswehr stehe von einschneidenden Veränderungen, verwies sie auf die 2014 eingeläutete Trendwende in der Verteidigungspolitik. Die Bundeswehr müsse nach 25 Jahren des Kürzens und Schrumpfens wieder wachsen. Es sei wichtig für die Männer und Frauen, dass sie wissen, dass jetzt die Phase kommt, wo die Bundeswehr wieder wächst. Dazu müssten mehr Personal eingestellt und auch Lücken beim Material geschlossen werden.

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