Leidringen Leidringer verlieren so allmählich die Geduld

Das einstige Gasthaus "Grüner Baum" in Leidringen ist für die Leidringer ein Ärgernis, denn das Gebäude zerfällt Zug um Zug. Jetzt gibt es Überlegungen, den einsturzgefährdeten Anbau zwangsweise abzureißen. Dasfür braucht die Gemeinde aber das Einverständnis des Regierungspräsidiums. Es wird geprüft, ob der Schopf nicht unter Denkmalschutz steht.
Das einstige Gasthaus "Grüner Baum" in Leidringen ist für die Leidringer ein Ärgernis, denn das Gebäude zerfällt Zug um Zug. Jetzt gibt es Überlegungen, den einsturzgefährdeten Anbau zwangsweise abzureißen. Dasfür braucht die Gemeinde aber das Einverständnis des Regierungspräsidiums. Es wird geprüft, ob der Schopf nicht unter Denkmalschutz steht. © Foto: Lydia Wania
Leidringen / ROSALINDE CONZELMANN 24.10.2015
Es ist ein Ärgernis: Die Gemeinde Leidringen muss tatenlos zusehen, wie der "Grüne Baum" in sich zusammenfällt und zum Sicherheitsrisiko wird.

Leidringens Ortsvorsteher Horst Lehmann befürchtet, dass ihn das Schicksal des denkmalgeschützten, einstigen prächtigen Gasthauses an der Ecke Erzingerstraße/Vogtsgasse noch eine Weile beschäftigen wird. Denn der Eigentümer zeigt sich gegenüber der Gemeinde nicht kooperationsbereit. In der jüngsten Ortschaftsratsitzung ging es um den Zaun, den die Gemeinde aus Sicherheitsgründen aufgestellt hat. Weil das Sicherheitsgitter nicht auf der privaten Hoffläche des historischen Gebäudes aufgestellt werden darf, hat es die Stadt auf den Gehweg gestellt, der nun nicht mehr passierbar ist. Wie uns die Stadt auf Anfrage mitteilte, sollen die Kosten für die Zaunmiete und die Bauhofleistungen dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden. "Raus ist aber noch nichts", so die Auskunft des Rathauses.

Weil der Gehweg nicht mehr passierbar ist, hagelt es Beschwerden auf der Ortschaftsverwaltung. Durchaus berechtigt laut Lehmann. Zudem würden die Anlieger vermehrt herunterfallende Dachziegel und Holzteile von der Straße räumen.

Er informierte die Räte, dass vor einigen Wochen ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Rosenfelder Rathauses, des Landratsamtes und des Regierungspräsidiums in einer anderen Sache stattgefunden hat und die Delegation auch den "Grünen Baum" ansteuerte. Die Bitte der Gemeinde, den Zaun weg vom Gehweg und weiter in Richtung Haus zu verschieben, habe die Vertreterin des Regierungspräsidiums abgelehnt. Auch seine Anregung, den stark einsturzgefährdeten Anbau, der die größte Gefahr für Passanten darstellt, zwangsweise abzureißen, habe keine Zustimmung gefunden - mit dem Hinweis auf den Denkmalschutz. Die Behördenvertreter hätten ihm aber zugesagt, zu prüfen, ob der Anbau möglicherweise gar nicht unter Denkmalschutz steht.

Bis diese Antwort kommt, ist die Gemeinde weiter zum Warten verdammt. Wohl habe man nach der Sitzung erneut Kontakt zum Eigentümer aufgenommen. Lehmann verspricht sich aber nicht viel davon, da der Eigentümer bislang auf kein Schreiben der Stadt geantwortet habe. Der Ortsvorsteher sprach von einem Schandfleck und einem Ärgernis, dass die Leidringer zunehmend aufregt. Der Gemeinde seien die Hände gebunden. "Wir dürfen nicht einmal die Dachziegel wegräumen, die die Sicht in die Erzingerstraße versperren", sagt er. Die Autofahrer müssten blind von der Vogtsgasse in die Ortsdurchfahrt einbiegen.

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