„Wir brauchen Sie dringend an unseren Schulen“, beteuerte Gernot Schultheiß, Leiter des Staatlichen Schulamtes Albstadt, gleich zu Anfang der Einsetzung der neuen Lehrkräfte. Denn wie schon in den Jahren zuvor gibt es weiterhin Engpässe bei der Lehrerversorgung in Grundschulen sowie Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

2018 waren es noch 102 neue Lehrkräfte für den Zollernalbkreis sowie den Kreis Sigmaringen, die mit erhobener Hand die Eidesformel nachsprachen, in diesem Jahr sind es 94 neue Lehrer. 33 Stellen konnten nicht besetzt werden. Es gibt keine Bewerber. Zur selben Zeit steigen die Einschulungszahlen in beiden Landkreisen.

Der Schulalltag, verdeutlicht Gernot Schultheiß, sei im Schulamtsbezirk noch gesichert. In beidem Landkreisen gibt es rund 2400 Stellen. Da fallen die 33 nicht besetzten Stellen nicht allzu schwer ins Gewicht, wenn wirklich alles glatt läuft. Doch ab dem Punkt, räumt der Schulamtsleiter ein, wo der Unterricht die normalen Bahnen verlässt, sei es im Krankheitsfall oder bei der Planung von Zusatzangeboten, AGs und ähnlichem, wird es eng.

Ergänzende Bildungsangebote oder zusätzliche Fördermaßnahmen werden daher „auf ein Mindestmaß“ reduziert, so informiert das Schulamt in einer Pressemitteilung. Auch bei der Krankenvertretung oder der Vertretung bei Schwangerschaften und Mutterschutzzeiten zeichne sich eine eher problematische Situation ab.

Elf Gymnasiallehrer lassen sich umschulen

Wie in den vergangenen Jahren steuert das Schulamt, so berichtet Gernot Schultheiß, mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. So lassen sich zur Zeit elf Gymnasiallehrer zu Lehrern für Grund-, Werkreal-, Real- oder Hauptschule umschulen. Zudem können weiterhin Lehrkräfte im Ruhestand für Vertretungsstunden gewonnen werden.

Von den 94 neuen Lehrkräften im Schulamtsbezirk werden 32 im Landkreis Sigmaringen und 62 im Zollernalbkreis eingesetzt. Nach wie vor ist der Großteil von ihnen weiblich - 2019 sind es über 80 Prozent. Insgesamt 88 der neuen Lehrerinnen und Lehrer werden an öffentlichen Schulen eingestellt, die verbleibenden 6 an privaten Bildungseinrichtungen.

Damit besuchen nun 13 457 Schüler die öffentlichen Grund-, Werkreal-, Real-, Gemeinschafts- oder Hauptschulen im Zollernalbkreis sowie die Sonderpädagogischen Bildungszentren - das sind 170 Schüler mehr als im Vorjahr. Im Kreis Sigmaringen sind es 1189 Schüler, 33 mehr als 2018.

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