Landrat Günther-Martin Pauli dankte bei der Begrüßung den ehrenamtlich Mitarbeitern aus allen Kommunen des Landkreises, die sich bei der Kleindenkmalerfassung engagiert haben und schloss die Vereinigungen und Kommunen ein, die das Projekt mitgetragen haben.

Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn erläuterte die Erarbeitung der neuen Publikation. Ziel der gesamten Dokumentation sei es, einen Beitrag zur dauerhaften Erhaltung der wertvollen Geschichtszeugnisse zu leisten, indem die „Schätze am Wegesrand“ ins Bewusstsein gerückt werden, denen wir täglich begegnen.

Helmut Lorenz, Mitkoordinator des Projekts, stellte ausgewählte Kleindenkmale im Zollernalbkreis aus zehn Jahrhunderten vor. Deutlich wurden dabei die große Vielfalt und der Reichtum an Kleindenkmalen. Jürgen Weis, Verlagsleiter des Jan Thorbecke Verlags, überreichte die ersten Exemplare.

Die musikalische Umrahmung übernahmen Dorothée Schmieg, Joachim Schmieg und Jörg Neubert, ein Ensemble der Volkstanzmusik Frommern.

In den Jahren 2010 bis 2015 erfassten 116 Ehrenamtliche insgesamt 3392 Kleindenkmale. Dazu gehören Wegkreuze, historische Grenzsteine, Brunnen, Gefallenendenkmale, besondere Grabstätten, Freiplastiken, aber auch außergewöhnliche Kleindenkmale, wie ein Glockenspiel, zwei Ofenfüße und eine Totenleuchte.

Diese Denkmale sind Zeugen der Geschichte, des Brauchtums sowie der regionalen Kultur und sie gestalten Kulturlandschaft. Mitarbeitende des Landesamts für Denkmalpflege Esslingen unterstützten die Erfassung, auf deren Grundlage die Projektkoordinatoren Helmut Lorenz und Dr. Andreas Zekorn, rund 450 Kleindenkmale auswählten.

Diese präsentieren sie unter dem Titel „Schätze am Wegesrand – Kleindenkmale im Zollernalbkreis“, als Band 4 der Reihe B der Zollern-Alb-Profile, die vom Zollernalbkreis herausgegeben werden.

Jedes Kleindenkmal wird in der Regel mit Hintergrundinformationen sowie mit Fotos, von denen die meisten Hilmar Hahn aus Balingen aufnahm, vorgestellt. Es soll ein Eindruck der Vielfalt der Kleindenkmale vermittelt werden, die vom 12. Jahrhundert bis ins Jahr 2015 datiert sind. Ausgewählt wurden für die jeweiligen Orte typische Denkmale, etwa hinsichtlich besonderer Aspekte der Regionalgeschichte, beispielsweise für das örtliche Fastnachtsbrauchtum.

Im ländlichen Raum zeugen insbesondere Wegkreuze von der Volksfrömmigkeit. Aufgenommen wurden auch zahlreiche Skulpturen, die sich im öffentlichen Raum finden und von oft namhaften Künstlern geschaffen wurden.

Manches oft unscheinbare Denkmal führt zu erschütternden Einzelschicksalen, wie zu einer Hexenverbrennung 1596, zu Mordfällen, oder auch zum ersten bemannten Raketentestflug im März 1945 auf dem Truppenübungsplatz Heuberg.

Die Kleindenkmale für die Opfer der örtlichen Konzentrationslager des Unternehmens Wüste wurden ebenso berücksichtigt wie das Gedenken an die Brüder Stauffenberg, deren Familie ihren Stammsitz im Kreisgebiet hat.

Zu bestimmten Kleindenkmalen wurden vertiefende Informationen in 22 Kästen zusammengefasst.

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Ehrenamtliche im ganzen Zollern­albkreis haben in den Jahren 2010 bis 2015 insgesamt 3392 Kleindenkmale erfasst. Davon wurden die 450 wichtigsten für das Buch ausgewählt.