Margrethausen / SWP  Uhr

Auf ein „arbeitsreiches und nicht einfaches“ Vereinsjahr blickte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Zollernalbkreis, Dr. Günter Wiebusch, zurück, als er im Margrethausener Schützenhaus seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 2018 vortrug.

Stehen im Mittelpunkt der Arbeit im Tierheim selbstverständlich die dortigen Schützlinge, so ist es die Hauptaufgabe der Vorstandschaft, dafür Sorge zu tragen, dass dafür die personellen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen sind, so Wiebusch. Da das Tailfinger Vereinstierheim das einzige vergleichbare Tierheim in ganz Baden-Württemberg sei, das seit 1984 ohne „jegliche nennenswerte finanzielle Unterstützung“ durch den Landkreis oder die Kreiskommunen auskommen müsse, sei es ein jährlicher enormer Kraftakt, den Betrieb zu sichern.

Im Tierheim sei aber zwischenzeitlich ein Investitionsstau von ein bis zwei Millionen Euro angelaufen, da der Verein unter den gegebenen Bedingungen über keine nennenswerten Eigenmittel verfügt, um notwendige größere Sanierungen oder gar die Anpassung des Hundehauses an den aktuellen Tierschutzstandard vorzunehmen. Leider hätten es dadurch Kritiker leichter, das Tierheim als „Verwahranstalt mit Tieren hinter Gittern“ zu denunzieren, so 
der Vorsitzende.

Deshalb habe die Vorstand­schaft im Laufe des Jahres in mehreren Einzelgesprächen mit Bürgermeistern des Kreises versucht, auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Auch auf der Bürgermeisterdienstversammlung und im Kreistagsausschuss wurde die Situation dargelegt. Trotz positiver Signale, vielem Verständnis und großer Wertschätzung der Arbeit im Tierheim, so der Vorsitzende, „hat sich in Sachen laufender Bezuschussung bedauerlicherweise erneut nichts bewegt.“ Nach den Kommunalwahlen werde man versuchen, diese Einzelgespräche fortzusetzen. Im neuen Kreistag und in den Kommunen hoffe man von den neu zusammengesetzten oder neuen Fraktionen auf wachsende Unterstützung.

Kassiererin Martina Gönner listete im Anschluss die Einnahmen des Vereins auf, bei denen insbesondere auch ein weiterer leichter Anstieg der Mitgliedsbeiträge in Höhe von nunmehr über 30 000 Euro ins Gewicht fiel. Auch die private Spendenbereitschaft für das Tierheim sei im Geschäftsjahr deutlich gestiegen, ebenso wie die gerichtliche Zuweisung von Strafgeldern.

Zusammen mit den Einnahmen des Tierheims, den Erlösen aus den Vereinsveranstaltungen und der Fundtierkostenpauschale des Landkreises wurden 217 000 Euro eingenommen. Auf der Unkostenseite schlagen primär die Personalkosten in Höhe von 155 000 Euro zu Buche. Bei Gesamtausgaben in Höhe von 234 000 Euro ergab das Vereinsjahr einen Verlust in Höhe von rund 17 000 Euro.

Victorina Vivas bescheinigte der Kassiererin eine korrekte Kassenführung. Der Versammlung empfahl sie die Entlastung der Kassiererin. Kerstin Bizer ließ als Schriftführerin das vergangene Jahr Revue passieren.

Heinz Hölter trug als Leiter der Jugendgruppe deren Aktivitäten vor. Die Organisation der Tombola am Tag der offenen Tür sowie die Organisation der Hundekekse für den Balinger Weihnachtsmarkt seien zwei Beispiele für die erfolgreiche Einbindung der Jugendgruppe in die Vereinsarbeit. Die jährliche Fahrt zum Landestierschutzjugendtreffen, so der Jugendbeauftragte, stellt jeweils den Höhepunkt der Aktionen der Jugendgruppe dar.

Enormer persönlicher Einsatz

Die Arbeit des Tierheims listete Andrea Endriß-Seitz anhand der Tierstatistiken auf. Hinter den nackten Zahlen stecke 
ein enormer Arbeitsaufwand und großer persönlicher Einsatz. Im Katzenhaus sei eine stetig wachsende Durchlaufzahl zu bewältigen, mehrten sich schwierige Fälle. Und bei den Hunden nehme die Beschlagnahmungen auffällig gewordener Tiere durch die Gemeinden und das Veterinäramt zu.

Die Vertreterin des Landestierschutzverbandes, Moni Hopf vom Tierschutzverein Rottweil, beantragte die Entlastung, die einstimmig erteilt wurde. Als neuer zweiter Vereinsvorsitzender wurde Michael Waiblinger aus Frommern einstimmig gewählt. Er steht dem Verein und dem Tierheimteam bei der Arbeit mit den Hunden schon längere Zeit nahe. Neuer stellvertretender Kassenprüfer wurde ebenso einstimmig Alexander Hueningen-Heune aus Balingen.

Nach zahlreichen Ehrungen für 65-, 50- und 25-jährige Mitgliedschaft wurde eine nach den Vorgaben des Deutschen Tierschutzbundes komplett neu verfasste Vereinssatzung zur Diskussion gestellt und ebenfalls einstimmig beschlossen.

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Tausend Euro Gesamtkosten hatte das Tierheim Tailfingen im vergangenen  Jahr zu bewältigen – bei mühsam fließenden Einnahmen.