Anfang der Woche ist in einem Junghennenbetrieb im Raum Paderborn (Nordrhein-Westfalen) die Geflügelpest festgestellt worden. Das teilte Agrarminister Peter Hauk (CDU) am Mittwoch mit.
Von dort seien Ende vergangener Woche Junghühner an Kleinhaltungen auch in den Zollernalbkreis und die Nachbarlandkreise Reutlingen und Sigmaringen ausgeliefert worden.

Tiere erkranken und verenden landesweit

Landesweit sind 58 Geflügelhaltungen, vor allem in Südbaden, betroffen. Bei zahlreichen dieser Haltungen besteht laut Ministerium der Verdacht auf Geflügelpest beziehungsweise den hochansteckende Vogelgrippe-Erreger H5N8.
Zwischenzeitlich seien Tiere in mehreren dieser Bestände sichtbar erkrankt und teils verendet.

Entwarnung für den Zollernalbkreis

Im Zollernalbkreis gibt es laut Landratsamt bislang einen bekannten, kleineren Betrieb/Geflügelhalter, der Junghennen aus dem besagten Betrieb beziehungsweise dessen unmittelbaren Umfeld erhalten hat.
Das Kreisveterinäramt sei vor Ort gewesen und habe die bislang unauffälligen Tiere untersucht und beprobt. Das Labor gab am Mittwoch Entwarnung: Die Proben seien mit negativem Ergebnis analysiert worden.

Was nun passiert

In drei Wochen, oder wenn Tiere erkranken, müssen laut Landratsamt weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Die festgelegten Schutzmaßnahmen, beispielsweise Haltung in geschlossenen Ställen, bleiben ebenso wie die enge behördliche Überwachung solange weiter bestehen. Eine landesweite Stallpflicht besteht nicht und wäre laut Minister Hauk auch unverhältnismäßig.

Wer dort gekauft hat, soll sich melden

Geflügelhalter, die seit dem 1. März Tiere von dem Betrieb erhalten haben, werden dringend aufgefordert, sich bei dem Veterinäramt des Landratsamtes Zollernalbkreis (Telefon: 07433 921901, E-Mail: veterinaeramt@zollernalbkreis.de) zu melden.

Halter in Sigmaringen beliefert

Auch der Landkreis Sigmaringen ist laut einer Pressemitteilung nicht von der Geflügelpest betroffen. „Ein privater Hühnerhalter hatte wenige Tiere beim betroffenen Händler gekauft. Sie wurden vorsichtshalber untersucht, die Proben erwiesen sich am späten Mittwochnachmittag aber als negativ“, schreibt das dortige Landratsamt.

Minister ärgert sich über Verbreitung

Die Geflügelhalter im Land haben laut Ministerium durch die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bisher eine Ansteckung ihrer Tiere mit der Geflügelpest durch Wildvögel erfolgreich verhindern können. „Dass das Virus die Betriebe nun auf diesem Weg erreicht hat, ist ärgerlich“, sagte Agrarminister Peter Hauk.
Seit Herbst gibt es eine von Wildvögeln ausgehende Geflügelpestwelle, vor allem mit dem hochansteckenden Virus H5N8. Doch durch die steigenden Temperaturen sei die Wahrscheinlichkeit eines Eintrags durch Wildvögel eher gering, sagte Hauk

Minister warnt: Virus ist aggressiv und hochinfektiös

Er sprach bei einer Online-Pressekonferenz von einem hochinfektiösen, aggressiven Virus, mit dem nicht zu spaßen sei. „Die Tiere wurden Ende letzter Woche verkauft, jetzt sind manche von ihnen schon tot“, sagte Hauk.
Die Tiergesundheitsbehörden hätten umgehend alle Maßnahmen eingeleitet, um ein Übergreifen auf weitere Betriebe zu verhindern.
Sie arbeiten nun an der Nachverfolgung der Lieferwege des Betriebs. Es sei möglich, dass vom Händler verkaufte Tiere an bislang unbekannte Halter weitergegeben wurden.

Vogelgrippe seit Wochen in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen war in den vergangenen Wochen in mehreren Betrieben der hochansteckende Vogelgrippe-Erreger (Subtyp H5N8) festgestellt worden. Zehntausende Tiere sind inzwischen getötet worden. Rund um die betroffenen Betriebe wurden Sperrbezirke und noch weiter reichende Überwachungsgebiete eingerichtet, in denen strenge Auflagen für Geflügelhalter gelten.