Kreishandwerkermeister August Wannenmacher ging auf die aktuell gute Lage im Handwerk ein. Die Landesregierung habe mittlerweile eingesehen, dass der Nachwuchs nicht nur Universitäten besuchen könne und das Handwerk hinten an stehe. Das Land Bayern bezahle für jede abgelegte Meisterprüfung 1000 Euro und übernehme auch die Übernachtungskosten in Ausbildungsschulen. In Baden-Württemberg müsse der Auszubildende die Hälfte der Kosten selbst tragen. Die Meisterpflicht sei ein sicheres Wertpapier. Ein Meisterbrief mache sich auch bezahlt. Ein riesiges Ärgernis stelle die Bürokratie dar. Doch nur wenn ein Unternehmen auch lohnenswert sei, übernehme zu gegebener Zeit die jüngere Generation.

Studiendirektor Martin Schatz von der Gewerblichen Schule Balingen informierte über eine konstante Zahl von 2460 Schüler in den verschiedenen Ausbildungsberufen. Momentan werden als Maler und Lackierer im ersten Ausbildungsjahr 24 Schüler, im zweiten 19 Schüler und im dritten 14 Schüler ausgebildet. Eine Herausforderung sei der Umgang mit Flüchtlingen. An den drei Berufsschulen in Albstadt, Balingen und Hechingen seien jeweils zwei Klassen für Migranten aus den Krisengebieten eingerichtet. Mit den VAB-O Klassen (Vorqualifizierung auf Arbeit und Beruf ohne Deutsch-Kenntnisse) habe man gute Erfahrungen gemacht. Das Klassenklima sei freundlich und ruhig, die Schüler diszipliniert und wissbegierig. Die ersten Erfolge seien bereits sichtbar. Er appellierte an die Betriebe, bei Möglichkeit diesen Menschen eine Chance zu bieten.

Obermeister Mark Geiger informierte über Neuerungen für die Ausbildungsberufe. Das Image sollte verbessert werden, denn Jugendliche wollen heute eine moderne Berufsbezeichnung. Er selbst hofft, dass seitens des Landes- oder Bundesverbandes eine Änderung der Berufsbezeichnung komme. Auf alle Fälle würden künftig mehr Fachkräfte benötigt, nicht zuletzt auch für energetische Sanierungen.

Katharina Nopper von der Rechtsabteilung der Handwerkskammer Reutlingen hielt ein Referat zum Bauvertragsrechts. Über das Thema "Innendämmung" informierte Dr. Jens Glowacky, Leiter Forschung und Entwicklung der Firma Epasit.