Frommern Jugend zeigt sich sattelfest im Kommunalen

Der neue Dirtbikepark beim Sportgelände in Frommern wird von den Jugendlichen gut angenommen.
Der neue Dirtbikepark beim Sportgelände in Frommern wird von den Jugendlichen gut angenommen. © Foto: privat
Frommern / joba 18.07.2018

Stolz standen die Kinder mit ihren Crossbikes auf dem Erdhügel und warteten bis sie an der Reihe waren. Einer nach dem anderen flitzte die Rampe hinunter auf die erste Schanze zu. Manche sprangen schon sehr gekonnt, andere waren noch etwas zaghafter. „Man muss sich langsam ran tasten“, sagte Phillip Max. Der 14-Jährige aus Balingen zeigte sich voll zufrieden mit der neuen Dirtbikepark-Anlage beim Sportgelände: „Jetzt ist das perfekt, genauso wie wir das wollten.“

Im Balinger Ortsteil Frommern wurde der neue Dirtbikepark für Cross- und Mountainbikes eingeweiht. Die Anlage haben die Jugendlichen im Alter von acht bis 17 Jahren selbst entworfen und auch persönlich für ihren Plan in den politischen Gremien geworben. Unterstützung erhielten sie von der Mobilen Jugendarbeit Balingen, vom Ortschaftsrat und von zahlreichen Firmen aus dem gesamten Zollernalbkreis. So wurden etwa Baumaterial sowie ein großer Radlader kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bei einem Besuch am Schulzentrum in Frommern im vergangenen Jahr hätten einige Schüler den Wunsch nach einer Dirtbikepark-Anlage geäußert, erinnerte sich Nadine Hempke von der Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH an die Anfänge des Projektes. Die Tochteruntergesellschaft des diakonischen Trägers Mariaberg e.V. aus Gammertingen hat im Auftrag der Stadt Balingen die Mobile Jugendarbeit in der Gemeinde übernommen. Direkt nach diesem Erstkontakt mit den Schülern stand nachmittags ein Gespräch mit Ortsvorsteher Stephan Reuß an. Dieser sei sofort von der Idee begeistert gewesen, habe allerdings die Bedingung gestellt, dass sich die Jugendlichen an der Planung und Umsetzung aktiv beteiligen müssten. „Wir trafen uns dann regelmäßig mit den Schülern, um das Projekt konzeptionell auszuarbeiten“, berichtete Hempkes Kollege Mike Buck. Planungsrechtliche Details konnten parallel dazu im Hintergrund geklärt werden.

Konkret wurde es Mitte März 2018 bei einer Kickoff-Veranstaltung am Schulzentrum. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Jugendlichen von Eltern und einem Lehrer. Im Mai präsentierten sie ihren Dirtbikepark-Plan dem Ortschaftsrat, der dann auch zustimmte. „Innerhalb von nur vier Monaten haben wir das Projekt umgesetzt, das Konzept ausgearbeitet und Sponsoren gesucht“, berichtete Buck über einen zügigen Fortschritt.

Jugend soll sich beteiligen

Die Jugendlichen hätten bei dem Projekt praktische Erfahrungen mit kommunalpolitischen Prozessen gemacht, hob der Streetworker hervor. „Das ist Basisdemokratie-Arbeit“, betonte Buck. Die dabei in Gang gesetzte Jugendbeteiligung sei ein wichtiges Ziel ihrer Arbeit, erläuterten die beiden Streetworker. Sie stellten aber auch klar, dass die Jugendbeteiligung weiterhin entscheidend sein wird, damit der Dirtbikepark Bestand hat und nutzbar bleibt.

„Die Strecke wird schon gut angenommen“, stellte Frommerns Ortsvorsteher Stephan Reuß erfreut fest. „Nadine Hempke und Mike Buck haben extrem viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt. Das Engagement der beiden Streetworker war wirklich außergewöhnlich und beispielhaft für solch ein Projekt“, hob Reuß die gute, und seiner Meinung nach vorbildliche Zusammenarbeit mit der Mariaberger Jugendarbeit hervor.

Die beiden Mariaberger Streetworker werden für die Jugendlichen im Dirtbikepark Ansprechpartner bleiben. „Das sind die schönsten Stunden in der Mobilen Jugendarbeit“, freute sich Buck über die vielen Komplimente zur Eröffnung. „Jetzt ist ein Ergebnis unserer Arbeit auch einmal sichtbar geworden“, bemerkte Nadine Hempke. Die Gesamtkosten des Projektes sind auf 10 000 bis 12 000 Euro beziffert. Die ehrenamtliche Eigenleistung wird auf rund 400 Stunden geschätzt.

Ansprechpartner für offene Jugendarbeit

Die Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH stellt bereits seit vielen Jahren nicht nur in Balingen, sondern für zahlreiche weitere Gemeinden der Landkreise Zollernalb, Sigmaringen und Reutlingen qualifiziertes Fachpersonal für die offene Jugendarbeit und die Schulsozialarbeit.

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