Tailfingen Jetzt muss das Konzept mit Leben gefüllt werden

Tailfingen / Dagmar Stuhrmann 06.03.2018
Stadtentwicklungskonzept: Zahlreiche Bürger kamen zur Abschlussveranstaltung in die Tailfinger Zollern-Alb-Halle.

Die Abschlussveranstaltung in Sachen „Stadtentwicklungskonzept Albstadt 2030+“ stieß auf großes Interesse: Rund 150 Zuhörer im Foyer der Zollern-Alb-Halle lauschten gebannt den Ausführungen der Experten vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Vom Gemeinderatsbeschluss im Oktober 2016, mit dem der Startschuss für das Projekt fiel, bis zur Abschlussveranstaltung sind gerade mal 16 Monate vergangen. „Das Konzept in dieser kurzen Zeit zu erarbeiten, war nur möglich durch die umfangreiche Bereitschaft der Bürger, sich an dem Prozess zu beteiligen“, lobte Baubürgermeister Udo Hollauer alle, die durch ihre Mitwirkung zum Gelingen des zukunftsweisenden Projekts beigetragen haben.

Kein starres Korsett

Bevor Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis und Heidrun Fischer vom Büro IfSR die Ziele und Inhalte des 187 Seiten starken Konzepts vorstellten, machte OB Klaus Konzelmann den Stellenwert des nun vorliegenden Werks deutlich. „Das Konzept ist nicht fix“, so Konzelmann. Es müsse laufend fortgeschrieben werden. „Wer sich mit seinen Anregungen und Ideen einbringen möchte, hat auch jetzt noch die Möglichkeit dazu.“ Die nächsten Jahre, betonte der Oberbürgermeister, werden enorme Herausforderungen mit sich bringen, für die Albstadt gerüstet sein müsse. Das Stadt­entwicklungskonzept zeige auf, wie die Stadt in Zukunft aussehen, wie sie sich weiterentwickeln solle. Er sei stolz auf die große Zahl derer, die sich in die Erarbeitung eingebracht haben, sagte OB Konzelmann. Jetzt gelte es, das Konzept mit Leben zu füllen. Die darin zusammengefassten Handlungsempfehlungen sind zugleich Arbeitsaufträge für Verwaltung und Gemeinderat.

Markus Koch von der Stabstelle Sanierung ließ den Entwicklungs- und Entstehungsprozess des Stadtentwicklungskonzepts Revue passieren. Danach gingen Alfred Ruther-Mehlis und Heidrun Fischer ins Detail. Aus dem vielfältigen Input haben die Projektbetreuer fünfzehn Leit- und Impulsprojekte herausgearbeitet, die laut Ruther-Mehlis alltagstauglich sind und nichts mit dem Griff nach den Sternen zu tun haben. Diese Leitprojekte sollen eine besondere Wirkung entfalten, sollen eine „Strahlkraft“ haben.

. Themenschwerpunkte sind die Bereiche Innenentwicklung und Wohnen, Arbeiten und Gewerbe, soziale und kulturelle Angebote, Entwicklung der Ebinger Innenstadt sowie Natur, Erholung und Aufenthaltsqualität im Talgang. Drei von insgesamt fünfzehn Leitprojekten seien hier beispielhaft genannt: So sollen Entwicklungsperspektiven für die Untere Vorstadt in Ebingen aufgezeigt werden, der Ebinger Bahnhof samt Bahnhofsumfeld sollen aufgewertet werden, die Schmiecha soll ein verbindendes „grünes Band“ im Talgang bilden.

. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung hatten die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen je fünf Minuten lang die Gelegenheit, zum Stadtentwicklungskonzept Stellung zu nehmen. Das Gremium hat es am 1. Februar in öffentlicher Sitzung einmütig beschlossen. Roland Tralmer (CDU), Manuela Heider (Freie Wähler), Lara Herter (SPD), Susanne Feil (Grüne) und Philipp Kalenbach (FDP) wiesen unisono darauf hin, dass die Arbeit mit dem Stadtentwicklungskonzept ein fortlaufender Prozess sein werde. Was die Umsetzung angehe, müsse man abhängig von der Finanzierbarkeit Prioritäten festlegen.

Info Das komplette Stadtentwicklungskonzept Albstadt 2030 gibt‘s auf www.albstadt.de zum Herunterladen.