Tailfingen Interview: Nina Ruge liest im Thalia-Theater

Nina Ruge liest am Freitag im Thalia.
Nina Ruge liest am Freitag im Thalia. © Foto: Hannes Magerstaedt
Tailfingen / Dagmar Stuhrmann 13.02.2018
Die Moderatorin und Autorin Nina Ruge stellt am 16. Februar im Thalia ihr neues Buch vor. Es geht um innere Stärke.

Auf Einladung von Stadtbücherei und Buchhandlung Grotz kommt Nina Ruge nach Albstadt, um aus ihrem Buch „Sei du der Leuchtturm deines Lebens – selbstbestimmt und frei durch innere Führung“ zu lesen. Nach einem Lehramtsstudium begann Nina Ruge 1987 zu moderieren. Seit 1989 arbeitete sie für das ZDF, zunächst als Nachrichten-Moderatorin, von 1994 bis 1997 hatte sie ihre eigene Nachrichtensendung „Heute Nacht“. Bis zum Jahr 2007 moderierte sie das Gesellschaftsmagazin „Leute heute“.

Sie haben früher einmal die Sendung „Leute heute“ moderiert. Was machen Sie heute?

Nina Ruge: Wie so viele Freiberufler arbeite ich auf den verschiedensten Feldern: Ich moderiere Podiumsdiskussionen, Kongresse, Salons – meist zu technologischen Themen, Digitalisierung, aber auch Bildungs- und Umweltfragen, ich schreibe Bücher, gehe auf Lesereisen, halte Vorträge und entwickele Online-Coachings, schreibe Artikel zu diversen Themen UND kümmere mich um meine Hunde, unser Weingut in der Toskana – naja, und ganz besonders natürlich um meinen Mann!

In Albstadt stellen Sie am 16. Februar ihr Buch „Sei Du der Leuchtturm Deines Lebens – selbstbestimmt und frei durch innere Führung“ vor. Ein langer Titel. Was ist – kurz gefasst - die „Botschaft“ des Buches?

Och, fast jedes Sachbuch hat einen Titel – und einen erläuternden Untertitel. Im Untertitel finden Sie auch die Essenz meines Buches. Es geht darum, sich selbst auf die Spur zu kommen, den halb- oder unbewussten Denk- und Bewertungsmustern, dem „Ich-Reflex“, wie ich den Hunger nach Anerkennung mitsamt seiner Ego-Spiele nenne… Um dann ein inneres Ziel zu entwickeln: In welcher Haltung zum Leben fühle ich mich am wohlsten? Wege, dieses Ziel zu erreichen, unter anderem sich vom Ich-Reflex zu befreien, beschreibe ich in dem Buch: „Selbstbestimmt und frei durch innere Führung“.

Nehmen Sie Ihre Ratschläge auch selbst immer ernst – oder gibt es doch auch Momente, in denen es mit dem Kraftschöpfen aus dem Inneren nicht so gut klappt?

Ich würde nicht unbedingt von „Kraftschöpfen aus dem Inneren“ sprechen. Es geht mir darum, dass wir uns zunächst sensibel mit dem beschäftigen, was so alles in uns, in unserem Kopf und unseren Gefühlen alles passiert. Wir haben ja meist weder gelernt noch geübt, darauf zu achten, was da an Gedankensplittern und Gefühlsmustern durch unsere Wahrnehmung tobt. Wenn wir dann beginnen, uns ein inneres Ziel zu setzen, Tag für Tag ein wenig Aufmerksamkeit darauf lenken und uns zu üben, unser Leben zu vertiefen, indem wir lernen, ganz und gar im Jetzt und liebevoll bei uns und unserem Gegenüber zu sein… dann wird es Tage geben, an denen uns das nicht so gut gelingt.

Das gilt natürlich auch für mich. Aber das macht nichts, denn ich erinnere mich ja an mein inneres Ziel – und überlasse mich am nächsten Tag – frei nach Picassos wunderbarem Ausspruch – „im Dunkeln einem unsichtbaren Stern und lasse mich vom Ziel ziehen“.

Am Ende der Sendung „Leute heute“ haben Sie sich immer mit „Alles wird gut“ verabschiedet. Ist das so eine Art Lebensmotto für Sie?

Natürlich beziehe ich diese drei Worte nicht auf politische und gesellschaftliche Umbrüche, Kriege oder Tragödien. „Alles wird gut“ spiegelt eine Haltung zum Leben, die nicht neu ist, aber gern in Vergessenheit gerät. „Alles wird gut“, wenn ich mein Bestes gebe, mich achtsam um mein Wohlergehen kümmere und akzeptiere, wenn das Schicksal mich in unvorhergesehene Stürme wirft. „Alles wird gut“, wenn ich aus Niederlagen lerne und somit irgendwann gestärkt aus ihnen hervorgehe. „Alles wird gut“, wenn ich mich als Teil eines so viel größeren Ganzen begreife und lerne, dankbar zu sein dafür.

Albstadt bietet mit seinen Traufgängen einen hohen Freizeitwert für Menschen, die gerne an der frischen Luft unterwegs sind und wandern. Wäre das etwas für Sie?

Aber ja!!! Sieben Traufgänge – sieben Mal die Magie der Schwäbischen Alb pur erleben… ohne sich zu verlaufen: Toll! Ich gehöre zu der Spezies Mensch, die leicht mal in die falsche Richtung läuft – und auf den wunderbar angelegten und beschilderten Traufgängen finde sogar ich entspannt zum Ziel – und damit zum Erleben des Wunders der Natur!

Sie haben ein interessantes Leben, arbeiten als Journalistin, Moderatorin und Coach – gibt es da aber vielleicht doch noch etwas, was Sie unbedingt machen wollen, aber bisher nicht die Gelegenheit dazu hatten?

Ich liebe einen Sinnspruch ganz besonders: „Dem Wandernden wird sich der Weg unter die Füße schieben“. Immer wieder ergaben sich neue Wege, neue Herausforderungen. Ich suche sie nicht – und bin dankbar, wenn sie mich erwischen!