Balingen Infotag zeigt Wege aus dem Seelentief

Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann hat die Schirmherrschaft für diese Infoveranstaltung sehr gerne übernommen. Kürzlich trafen sich Vertreter von Institutionen, Kliniken und Selbsthilfegruppen zum Gespräch im Rathaus.
Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann hat die Schirmherrschaft für diese Infoveranstaltung sehr gerne übernommen. Kürzlich trafen sich Vertreter von Institutionen, Kliniken und Selbsthilfegruppen zum Gespräch im Rathaus. © Foto: Silke Thiercy
Balingen / Silke Thiercy 15.08.2018
Institutionen und Fachleute aus der Region informieren am 22. September in der Balinger Stadthalle über psychische Erkrankungen.

Wenn der Balinger Oberbürgermeister im Sitzungssaal des Rathauses die Luft schlürfend einsaugt und danach lautstark ausprustet – dann ist Dr. Johannes Hub mit an Bord. Er ist einer der Referenten am Tag der seelischen Gesundheit am 22. September in der Stadthalle Balingen, dessen Schirmherrschaft Helmut Reitemann übernommen hat. Und das sehr gerne, wie der Stadtvater ausdrücklich betont.

„Die Botschaft ist klar: Wir arbeiten alle miteinander“, sagt Renate Liener-Kleinmann von der Kontaktstelle KIGS, die der AOK angegliedert ist. Gemeinsam mit Selbsthilfegruppen und dem Zollernalbklinikum hat diese den Infotag vorbereitet. Betroffene und Angehörige sollen sich von 10 bis 17 Uhr informieren können und mit den Experten ins Gespräch kommen.

Vor zwei Jahren, erinnert sich der OB, gab es schon einmal einen Infotag, damals zum Thema Krebs. „Dieses wichtige Thema wird sehr gut angenommen werden, psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch“, kommentiert Reitemann. „Eigentlich ist das fast ein Fachtag“, freut sich auch Isabella Manos von der KIGS. Schließlich seien alle Institutionen aus dem Zollernalbkreis im Boot.

Beate Fleiner spricht für das Zollernalb-Klinikum beim Vorbereitungstreffen im Rathaus. Im Krankenhaus in Albstadt gibt es seit zwei Jahren eine psychosomatische Abteilung. Die 18 Plätze seien über lange Zeit ausgebucht. Das Zollernalb-Klinikum kommt mit Ärzten und Betreuern in die Stadthalle, um den Patienten ausführlich Auskunft zu geben. „Und übrigens hat die Organisation sehr viel Spaß gemacht“, so Fleiner.

Spaß wird auch der Vortrag von Dr. Hub machen. Der Chefarzt der psychosomatischen Klinik im Rottenmünster Rottweil wird gemeinsam mit den Peanuts erklären, wie Körperhaltung und Seelenverfassung zusammen hängen. „Dieses so genannte Embodiment werde ich den Zuhörern mit vielen Übungen zum Mitmachen erklären.“ Im Eingangsvortrag wird die Buchautorin Carola Kleinschmidt aus Hamburg zum Thema „Burn out – und dann?“ darüber berichten, wie das Leben nach einer solchen Krise weiter gehen kann. Die Journalistin und Diplombiologin gilt als Fachfrau auf diesem Gebiet.

Der Austausch ist wichtig

Aus der Schweiz wird das Theater „Knotenpunkt“ anreisen. Die Truppe führt das Stück „Mittendrin und voll im Nebel“ auf. Darin geht es um einen gesunden Umgang mit Depressionen und wie das Tabuthema psychischer Erkrankungen gesellschaftlich zu mehr Akzeptanz und Offenheit geführt werden kann.

Das Motto „Raus aus dem Seelentief“ und das Logo des Flyers, das eine Frau zeigt, die ein graues Tuch zur Seite zieht, damit ein schöner Himmel zum Vorschein kommt, hat das Vorbereitungsteam bewusst gewählt. Der Leitspruch der Veranstaltung soll die seelische Befreiung des Betroffenen und den Beginn von etwas Neuem symbolisieren. Der Eintritt zum Infotag ist frei.

Von Anti-Mobbing bis Zollernalb-Klinikum

Der Austausch für Betroffene, Angehörige, Freunde und Fachkräfte beginnt am Samstag, 22. September, um 10 Uhr in der Stadthalle Balingen.

Mit dabei sind die Anti-Mobbing-Gruppe und die Burnout-Hilfe Zollernalb, die Selbsthilfegruppe Emotions Anonymous, die Selbsthilfegruppe Depression Balingen und Bodelshausen, die Selbsthilfegruppe für Zwangserkrankungen, die Selbsthilfegruppe für Panik und Ängste, die Konflikthotline Baden-Württemberg, die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle, die Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Zollernalb-Klinikum Albstadt, der Verein für gemeindenahe Psychiatrie, die ISBA, der Lebenshilfe die Bruderhaus-Diakonie, die Tübinger Gesellschaft für Sozialpsychiatrie und Rehabilitation, der Verein für Sozialpsychiatrie sowie die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Vinzenz-von-Paul-Hospitals.

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