Die hohen Temperaturen Ende Juli zusammen mit den geringen Niederschlägen haben dazu geführt, dass die Wasserstände der Fließgewässer im Zollernalbkreis die kritischen Marken erreichen. „Örtlich begrenzte Regenschauer tragen nicht nachhaltig zu einer Verbesserung der Niederwassersituation bei, da die Niederschläge entweder verdunsten oder von Boden und Vegetation vollständig aufgenommen werden“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes vom Freitag. Im Zollernalbkreis sind davon derzeit alle Fließgewässer betroffen.

Sauerstoffgehalt sinkt bedrohlich


Durch die niedrigen Wasserstände erhöhen sich die Schadstoffkonzentration und die Temperatur in den Gewässern. Dies führt zu einem geringen Sauerstoffgehalt, welcher die Bestände von Fischen und Kleinstlebewesen gefährdet. Diese ohnehin angespannte Situation kann sich zusätzlich verschärfen, indem während der Trockenheit Wasser aus den Flüssen und Bächen entnommen wird.

Appell des Landratsamts: Kein Wasser entnehmen!


Das Landratsamt bittet deshalb eindringlich darum und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein aller, derartige Wasserentnahmen aus Gewässern zu unterlassen oder sich in Notfällen vorher mit der unteren Wasserbehörde beim Umweltamt abzustimmen.

Aufgrund der aktuellen Wetterprognosen, so das Landratsamts, sei nicht mit einer grundlegenden Entspannung der Situation zu rechnen. Deshalb behält sich die Behörde auch vor, „mit einem formellen Verbot den Gemeingebrauch an Fließgewässern einzuschränken“. So etwas war im Zollernalbkreis zuletzt im Sommer 2003 notwendig.


Hintergrund: Gemeingebrauch bei Wasserentnahme nach Wasserrecht

Die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern durch Abpumpen ist grundsätzlich nur zulässig, wenn dafür die ausdrückliche Entnahmeerlaubnis der unteren Wasserbehörde des Landratsamts Zollernalbkreis erteilt wurde.
Ohne Erlaubnis zulässig sind nur Wasserentnahmen für den Gemeingebrauch. Dazu zählt beispielsweise das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern oder Gießkannen.
Landwirte, Gartenbau- und Forstbetriebe dürfen in Ausnahmefällen auch Pumpen benutzen, sofern es sich um geringe Mengen handelt. Das Gewässer darf hierfür weder aufgestaut werden, noch dürfen die darin lebenden Organismen beeinträchtigt werden. Durch die Entnahme darf das Gewässer keinesfalls trocken fallen.
Auskünfte zu wasserrechtlichen Erlaubnissen sowie weitere Informationen erhalten Interessierte beim Landratsamt Zollernalbkreis, Umweltamt, telefonisch unter 07433/92-1771.

Auch interessant: