Müll Im Elektroschrott schlummern Schätze und Schadstoffe

Funki Roto, eines der E-Schrott-Monster des Landratsamts, steht sinnbildlich für den Elektroschrott im Umlauf.
Funki Roto, eines der E-Schrott-Monster des Landratsamts, steht sinnbildlich für den Elektroschrott im Umlauf. © Foto: Landratsamt
Zollernalbkreis / HZ 06.07.2018

Es gibt sie in jedem Haushalt: die vielen Geräte, die elektrisch oder elektronisch betrieben und irgendwann ausgemustert werden. Die Lösung? Ab ins Wertstoffzentrum, natürlich kostenlos. Dafür wirbt das Landratsamt seit März. Ziel ist es, die Sammelquote bei Elektroschrott zu steigern und die Bevölkerung über die Probleme mit Elektroschrott aufzuklären.

Denn viele der Elektrogeräte enthalten neben Wertstoffen, die zurückgewonnen werden können, auch giftige Schadstoffe. Ein besonderes Risiko besteht beispielsweise bei neueren Akkus in Handys, Computern und E-Bikes. Sind diese beschädigt, können sie auch ausgeschaltet auslaufen oder in Brand geraten. Deshalb sollen Altgeräte und Batterien immer sofort in einem der zehn Wertstoffzentren im Zollernalbkreis oder über den Handel entsorgt werden. Insbesondere Lithium-Ionen-Akkus sollten nicht zu Hause gelagert werden.

Laptop, Router, Smartphone: Der anhaltende Siegeszug der Unterhaltungselektronik hat, so das Landratsamt, zu einem massiven Anstieg elektronischer Geräte in jedem Haushalt gesorgt. Die Geräte werden heutzutage aber auch immer schneller ausgetauscht. Das bedeutet, dass der elektronische Abfall überproportional zugenommen hat. Die wertvollen Edelmetalle und sogenannten seltenen Erden können wiederverwertet werden.

Der Gesetzgeber verlangt aus diesem Grund, und weil auch Schadstoffe im Müll schlummern können, die Rücknahme und gesonderte Sammlung von Elektroschrott. Doch wann ist Müll eigentlich Elektronik? Ob Haushalt, Hobby, Freizeit oder Kommunikation, hilfreich ist die Faustregel: Alles, was mit einem Stromkabel oder mit Batterien/Akkus betrieben wird, darf nicht in den Hausmüll. Viele Geräte erkennt man auch am Symbol der durchgestrichenen Mülltonne.

Manche Geräte werden aber beispielsweise nur gesondert im Abfallwirtschaftszentrum, beispielsweise auf der Kreismülldeponie in Hechingen, angenommen. Dazu gehören: Photovoltaikmodule, Kühlgeräte und Bildschirmgeräte. In den Restmüll gehören jedoch Leuchtmittel, also Glühbirnen, Halogen-Glühlampen und Autolampen. Waschmaschinen, Trockner, Herde und Spülmaschinen können auch über die Fraktion Metallschrott bei der Sperrmüllsammlung angemeldet werden.

Info Eine Liste aller Wertstoffzentren gibt es im Textteil des Abfallkalenders oder auf zollernalbkreis.de. Im Oktober finden außerdem sogenannte Power-Tage statt, bei denen Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsamtes Elektroschrott gegen Give-Aways zurücknehmen. Weitere Infos gibt es auf gibs-ab-im-zak.de.

Zahl der Elektro-Altgeräte steigt

2015 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt 722 000 Tonnen Elektro-Altgeräte gesammelt. Eine Tonne Handys beispielsweise enthält etwa 250 Gramm Gold – so viel wie ein Päckchen Butter oder eine große Tafel Schokolade.

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