Unter dem Motto „In den KZ von Deutschland ist Europa entstanden“ erzählen die Kinder von Ben Hemmer (1907-1979) und Louis de Gunsch (1912 – 1979), die im KZ-Außenlager Erzingen einsaßen, über ihre Väter. Sie sprechen über deren Schicksal in Erzingen und welche Lehren sie aus dieser Zeit gezogen hatten.

Die Gesprächsrunde findet am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr, im Foyer der Balinger Zehntscheuer (Neue Str. 59) statt. Immo Opfermann aus Schömberg, der Kontakte zu Nachkommen ehemaliger KZ-Häftlinge unterhält, wird den Abend mit einführenden Worten eröffnen.

Hemmer und de Gunsch

Annie Ankoné-Hemmer, Ida Hemmer und Ben Hemmer verbinden die Reise nach Balingen mit einem Besuch des ehemaligen „Wüste“-Werks in Erzingen. Für Richard de Gunsch und seine Frau Robby Ghekiere wird es nach 2017 der zweite Besuch in Balingen werden. Ben Hemmer, ein Landwirt aus dem niederländischen Geesteren, hatte nach der Besetzung seiner Heimat durch die Wehrmacht abgestürzten amerikanischen Fliegern bei der Flucht geholfen und wurde denunziert.

Nach mehreren Stationen in Gefängnissen und Konzentrationslagern kam er im Juni 1944 schließlich ins KZ-Außenlager Erzingen. Als Blockältester der holländischen Häftlinge in Erzingen setzte er sich für seine Mithäftlinge ein und trug zu einem menschlicheren Klima im KZ-Außenlager bei.

Belgischer Widerstandskämpfer

Der Postmitarbeiter Louis de Gunsch war nach der Besetzung seines Landes durch die deutsche Wehrmacht Mitbegründer einer belgischen Widerstandsgruppe. Er wurde verraten und durchlief, bevor er nach Erzingen kam, mehrere Lager, unter anderem das KZ Mauthausen.

Veranstalter des Abends in der Zehntscheuer sind das Stadtarchiv Balingen und der Arbeitskreis Wüste.

Info www.akwueste.de.