Weiß soll gesagt haben, von einer Schließung der Albstädter Klinik sei nie die Rede gewesen. Dazu erklären die Freien Wähler, das sei richtig, doch sämtliche Überlegungen, die in der von der Kreisverwaltung erstellten Machbarkeitsstudie erwähnt sind, hätten früher oder später dies zur Folge.

Eine weitere Kernaussage des Geschäftsführers ist, dass er das Wort Zentralklinikum nicht eingebracht habe. Im weiteren Wortlaut einer Erklärung erscheine jedoch eben dieses Zentralklinikum als eine der drei Überlegungen, die angestellt würden. Der zweite Punkt ist der im Medizinkonzept 2005 vorgesehene Ausbau der Klinik Albstadt. Die dritte, neue Variante, würde den Ausbau der Klinik Balingen vorsehen.

Die Aussagen der Freien Wähler Albstadt zu den Themen:

1. Am Standort Balingen kann kein optimal geplantes, zukunftsorientiertes Zentralklinikum errichtet werden. Es wäre unverantwortlich, erneut nicht kalkulierbare Summen für ein Provisorium auszugeben. Für ein stets provisorisch bleibendes Zentralklinikum besteht deshalb keine Notwendigkeit.

2. Der vorgesehene Funktionsanbau in Albstadt muss umgesetzt werden. Damit würde der Doppelstandort gestärkt (. . .).

3. Ein Zentralklinikum zu einem späteren Zeitpunkt ist nur als perspektivisches Klinikum in einer Lage vorstellbar, die weitere Optionen problemlos ermöglicht.

Die ins Spiel gebrachte Schaffung neuer Kapazitäten im Bereich Geriatrie und Psychosomatik hätte die Bedeutung eines Feigenblattes für den Verlust der Schwerpunktmedizin; Folge: eine schleichende Auszehrung der Klinik Albstadt.

Zu dem von Finanzdezernent Christoph Heneka genannten Befürchtungen, wonach der in Albstadt vorgesehene Funktionsanbau "erheblich" in den laufenden Krankenhausbetrieb eingreifen würde, so die Freien, "erklären Fachleute, dass die Baumaßnahmen den laufenden Betrieb in Albstadt kaum stören würden. Dagegen wären in Balingen praktisch alle Abteilungen vom Umbau betroffen."

Aus genannten medizinischen und politischen Gründen sei die Kreisverwaltung gut beraten, vor der Verlagerung der gynäkologischen Abteilung alles "auf Anfang" zu stellen und das medizinische Gutachten abzuwarten.