Es ist die Nacht zum 13. März 2011. In Frommerns Ortszentrum "Buhren" zieht ein Unbekannter durch die Straßen und setzt mehrere Mülltonnen in Brand. Der Feuerwehr gelingt es zunächst, die kleineren Brände zu löschen, ehe sie größeren Schaden anrichten können. Dann ereilt die Hilfskräfte ein weiterer Notruf, die katholische St-Paulus-Kirche stehe in Flammen. Insgesamt 150 Feuerwehrleute kämpfen gegen das Inferno an - vergeblich. Das Gotteshaus brennt nieder, einzig der Kirchturm bleibt stehen. Bei der Suche nach der Brandursache wird schnell klar, dass auch hier eine angezündete Mülltonne als Brandherd anzunehmen ist.

Was in den Monaten danach folgt, ist eine intensive Fahndung nach dem oder den Tätern. Spezialisten des Landeskriminalamts erstellen ein mögliches Täterprofil und entlasten damit am Ende beispielsweise den Bruder des verurteilten "Mühlegeist"-Brandstifters. Jener war vorübergehend ins Visier der Fahnder geraten, doch nach Meinung der Profiler passte er beim Kirchenbrand in Frommern absolut nicht ins Raster. Denn man ging und geht wohl nach wie vor davon aus, dass der Täter sich in Frommerns Zentrum Buhren bestens auskannte, dort nicht zufällig unterwegs war. Ein männlicher Täter zwischen 16 und 30 Jahren, kein "Feuerteufel" und keiner, der bewusst die Kirche habe in Brand stecken wollen. Er soll für den verheerenden Großbrand, bei dem glücklicherweise niemand verletzt worden war, verantwortlich sein.

Ob sie mit ihrer Tätereinschätzung jedoch richtig lagen, ist auch drei Jahre nach der Tat noch völlig offen. Denn der Brandstifter ist nach wie vor unbekannt. "Die Ermittlungen haben bislang nicht zur Ergreifung des Täters geführt", sagt Polizeisprecherin Bärbel Schatz auf Anfrage. Hechingens Pressestaatsanwältin Nicole Luther bestätigt dies, will darüber hinaus aber nichts Weiteres zum Stand der Dinge sagen. Klar ist lediglich: Die unmittelbar nach dem Brand eingerichtete Ermittlungsgruppe wurde inzwischen aufgelöst. "Das heißt aber nicht, dass damit auch die Ermittlungen beendet sind", so Schatz. Vielmehr sei es so, dass der nicht alltägliche Großbrand bei den Beamten stets im Hinterkopf sei. Gerade dann, wenn andernorts Brandstiftungen begangen werden. "Dann werden die Spuren auch stets mit jenen des Kirchenbrands abgeglichen", betont die Polizeisprecherin. Die ganz heiße Spur war aber offensichtlich bislang nicht dabei.

Auch intensive Zeugenaufrufe und das Ausloben von 2500 Euro für Hinweise zum Täter hatten die Ermittler in den Tagen und Wochen nach dem Großbrand nicht weitergebracht.

Allzu sicher sollte sich der Täter aber nicht fühlen. Schwere Brandstiftung verjährt nach bundesdeutschem Recht in der Regel erst nach zehn Jahren. Zeit genug also, dem Gesuchten doch noch auf die Spur zu kommen. Derweil geht der Neubau des Gotteshauses zügig voran.