Truchtelfingen Freundinnen spenden Haar für Leonie

Für ihre Freundin Leonie Krinke haben sich Gloria-Marie Albrecht, Janina Krigar, Marina Krinke-Hotz und Jeannette Schmid (von links) von Friseurmeister Marcus Agarico ihre Haare schneiden lassen.
Für ihre Freundin Leonie Krinke haben sich Gloria-Marie Albrecht, Janina Krigar, Marina Krinke-Hotz und Jeannette Schmid (von links) von Friseurmeister Marcus Agarico ihre Haare schneiden lassen. © Foto: privat
Truchtelfingen / Volker Schweizer 07.09.2018
Leonie Krinke ist im Glück: Vier Freundinnen ließen sich ihre Haare schneiden, damit sie eine Echthaar-Perücke tragen kann.

Die 15-Jährige Leonie Krinke leidet wie mehr als eine Million Deutsche unter kreisrundem Haarausfall – medizinisch Alopecia areata totalis genannt. Mit drei Jahren sei die Autoimmunkrankheit festgestellt worden, berichtet ihre Mutter Ellen. Noch bis vor zwei Jahren wuchsen die Haare bei Leonie immer wieder nach. Doch Mitte des vergangenen Jahres wurden sie immer schütterer. Darauf entschied sie sich dafür, die Haare abzurasieren.

Dass ihr kahler Kopf so viel mitleidige und komische Blicke auf sich zieht, damit hatte die Jugendliche nicht gerechnet. Zuhause trug sie keine Mütze oder Perücke, aber sobald es rausging, wollte sie nicht „ungeschützt“ sein. Es nervte sie, ständig angestarrt zu werden.

Janina Krigar und Gloria-Marie Albrecht, mit denen Leonie Krinke die DLRG-Ortsgruppe Ebingen erfolgreich bei Wettkämpfen vertritt, beschlossen daraufhin, für ihre Freundin die Haare zu teilen und ihr so wieder ein Stück Normalität zu ermöglichen.

Einen Tag vor Leonies 15. Geburtstag war es soweit. Die beiden 17-Jährigen fuhren zusammen mit ihr zum Haarsalon von Marcus Agarico nach Winterlingen. Begleitet wurden sie nicht nur von Ellen Krinke. Als die Nachbarin Jeannette Schmid und Leonies Tante Marina Krinke-Hotz von der Aktion erfahren hatten, waren sie begeistert und beschlossen, sich ebenfalls die Haare schneiden zu lassen.

Marcus Agarico empfing die Gruppe aus Truchtelfingen schon vor seinem Salon. Dann griffen er und sein Sohn zu Kamm und Schere. Die Haare wurden zu Zöpfen gebunden und dann abgeschnitten. Jeweils zwischen 25 und 30 Zentimeter kamen weg. Und so bekam das Quartett innerhalb kürzester Zeit einen modischen Kurzhaarschnitt verpasst. Leonie konnte ihr Glück kaum fassen und strahlte, als sie die abgeschnittenen Zöpfe in Händen halten durfte. Bis in einem Vierteljahr soll die Perücke fertig sein. Da das Knüpfen eine kostspielige Sache ist, stellt Leonies Familie in mehreren Geschäften Spendenkässchen auf. Die Perücke will Leonie Krinke hegen und pflegen. „Trotzdem ist sie nur begrenzt haltbar“, betont Marcus Agarico. Bis in drei Jahren müsse eine neue Perücke angefertigt werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel