Im Pachtvertrag, den die Schömbergerin Ulrike Netzer im Herbst unterschrieben hat, ist festgelegt, dass der Kiosk vom 1. Mai bis 31. Oktober bei schönem Wetter geöffnet hat. Ulrike Netzer will aber früher aufmachen. Derzeit arbeiten sie und ihr Lebensgefährte Heinz Koch mit Volldampf daran, dass dies auch klappt. Seit der vergangenen Woche sind alle Genehmigungen durch und die neue Einrichtung mit Backofen, Profispülmaschine, Gefriertruhe und Kühlschränken steht zum Anschließen bereit. "Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig", sagt die 51-Jährige, die den Kiosk auch deshalb übernommen hat, weil sie sich wünscht, dass wieder Ruhe einkehrt am Stausee. Wie berichtet, war das Verhältnis des vorherigen Betreibers mit der Stadt zum Ende des Pachtverhältnisses getrübt, es gab immer wieder Differenzen. Zudem war dieser wenig erfreut über die Konkurrenzsituation mit dem Bootsverleih. Jetzt ist alles in einer Hand und Ulrike Netzer wünscht sich für beide Betriebe zufriedene Kunden.

Der Bootsverleih, den ihre treuen Stammtischler liebevoll den Hafen nennen, soll nach wie vor ihr Hauptarbeitsplatz bleiben. Die enge Bindung ist sicher auch damit begründet, dass sie dort in den vergangenen drei Saisons schon elf Überschwemmungen überstanden hat. "Natürlich bin ich auch flexibel und an starken Tagen vorne", sagt sie. Ihr Konzept sieht aber vor, dass den Kiosk eine erfahrene Kraft und zwei Aushilfen an Sonn- und Feiertagen und in den Ferien "schmeißen" werden. Was das Personal betrifft, ist sie in der glücklichen Lage, dass ihre Familie mithelfen wird. Ab nächstem Jahr wird auch ihr Lebensgefährte nach der Übergabe der "Waldschenke" an seinen Sohn Kioskdienste schieben, erzählt sie lachend.

Die Bar hat die neue Chefin abgebaut, sie braucht den Platz für Tische und Bänke. Ulrike Netzer kann sich gut vorstellen, einen Mittagstisch für Schüler und Firmenmitarbeiter anzubieten. Zudem hat sich die erfahrene Gastronomin vorgenommen, dass die Stauseespaziergänger jahreszeitlich so lange wie möglich bei ihr einkehren können. Darauf sollen sich ihre Gäste verlassen können. "Solange die Tage schön sind, ist der Kiosk auch offen", verspricht sie. Sie kann es kaum erwarten, die ersten Pommes an Kinder auszugeben. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit, könnte dies am Sonntag der Fall sein.