Sowohl am Sonntag als auch am Montag hat der Landeserdbebendienst zahlreiche Erschütterungen in Albstadt registriert (direkt zu den Messungen) – allesamt sehr kleine Erdbeben in großer Tiefe. Das stärkste hatte die Magnitude 1.7.

Man spricht von „Knacksern“

„Es handelt sich hier um einem sogenannten Erdbebenschwarm“, erklärt der Geophysiker Dr. Stefan Stange, der den Landeserdbebendienst Baden-Württemberg leitet.

Bei den Erdbeben, die auf der Webseite des Regierungspräsidiums Freiburg nachzulesen sind, handele es sich lediglich um die stärksten Knackser, wie Stange die kleinen Erschütterungen nennt.

Die Erde bebt hundertfach

Insgesamt haben die Wissenschaftler in den vergangenen Tagen mehrere hundert solcher Ereignisse in Albstadt aufgezeichnet. Ein Grund zur Sorge? Nein, betont Stange. „Die Erdbeben sind kein Anzeichen für etwas Schlimmeres.“ Allein die Technik habe sich verbessert. „Vor 10 oder 15 Jahren hat es diese Erdbeben sicher auch schon gegeben.“ Modernste Technik mache es möglich, diese heute aufzuzeichnen, sagt Stange.

Wissenschaftler sind hellhörig

Zuletzt habe man einen solchen Erdbebenschwarm im Oktober gemessen – bei Tailfingen. Die aktuellen Erschütterungen allerdings wecken dennoch das Interesse der Erdbebenbehörde: „Denn die Ereignisse liegen diesmal wirklich sehr dicht am Hohenzollerngraben“, erklärt Stange. Das könnte bedeuten, dass die Wissenschaftler möglicherweise wertvolle geologische Erkenntnisse gewinnen.

Mobile Messstation im Gespräch

„Wir beobachten heute noch die Lage“, sagt Stange. Kommt es zu weiteren kleinen Erdbeben, wollen die Wissenschaftler am Mittwoch mit einer mobilen Messstation im Zollernalbkreis anrücken. „Oft ist vom Hohenzollerngraben die Rede, wenn es in der Region Erdbeben gibt“, weiß Stange. „Das ist aber in den meisten Fällen gar nicht richtig“.

Hohenzollerngraben in Verdacht

Im aktuellen Fall allerdings könnte tatsächlich der berühmte Graben wackeln. Mit Betonung auf könnte: Die Erschütterungen des Erdbebenschwarms in den vergangenen Tagen trugen sich teils in elf Kilometern Tiefe zu. „Das wiederum spricht eigentlich eher gegen den Hohenzollerngraben“, erklärt der Fachmann. Bebt die Erde weiter, sollen die Messungen vor Ort Gewissheit bringen.

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