Zollernalbkreis Einbrecher haben Schulen im Visier

Einbrecher haben die Schränke im Sekretariat des Ebinger Gymnasiums aufgebrochen.
Einbrecher haben die Schränke im Sekretariat des Ebinger Gymnasiums aufgebrochen. © Foto: Schule
Zollernalbkreis / Pascal Tonnenmacher 14.11.2017

Anfang November wurde der Tresor im Ebinger Gymnasium geklaut, die selbe Geschichte spielte sich Ende Oktober in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule ab. Anfang Oktober: ein großer Beutezug von Unbekannten im PC-Raum der Rangendinger Gemeinschaftsschule, bereits Ende September wurde ein Tresor im Balinger Gymnasium gestohlen.

Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht in eine Schule eingebrochen wird – so der Eindruck. Bei der Polizei sehen sie keine Häufung: „Das ist noch im Rahmen des Normalen“, sagt Polizeisprecher Harri Frank.

Es ist immer wieder dasselbe Muster: Unbekannte steigen über gekippte oder eingeworfene Fenster in ein Schulgebäude ein. Sie treten Türen ein, verwüsten Sekretariate und räumen PC-Räume aus. Die Einbrecher erbeuten Bargeld, alte Prüfungsaufgaben oder Hunderte Kilo schwere Tresore. Der Sachschaden ist oftmals höher als der Wert der Beute.

„Das sind meistens Gelegenheitstäter, die schnell ein paar Euros wollen“, sagt Polizeisprecher Harri Frank auf Nachfrage. „Ganz sicher keine Profis.“ Ob es einen Zusammenhang zwischen den Einbrüchen gibt, werde immer geprüft. Geschnappt werden die Täter aber öfter mal, sagt Frank.

Generell ist es laut Frank relativ einfach, in eine Schule einzusteigen: „Schulen liegen oft abseits, nicht in den dicht besiedelten Wohngebieten, die Fensterscheiben sind meistens ungesichert.“

Doch aller Einbrüche zum Trotz: Alarmanlagen sind in den allermeisten Schulen im Zollernalbkreis Fehlanzeige. Um ein solches Gebäude ordentlich zu schützen, bräuchte man viel Geld – das müssen Gemeinden oder Landkreis auftreiben. Das lohne sich kaum, sagt Frank. Mit einer Ausnahme: Die PC-Räume der Schulen, in denen oftmals Laptops und Tablets im Wert von mehreren Tausend Euro liegen, sollten speziell geschützt werden. Hier sieht Frank eine Möglichkeit für Schulen, sich vor großen Verlusten zu schützen. Die meisten übrigen wertvollen Dinge würden ja ohnehin in Tresoren verwahrt.

Doch was nützt ein Möbeltresor, der unbehelligt herausgetragen werden kann? Selbst vor großen, schweren Tresoren machen die Einbrecher keinen Halt, wie der neueste Fall im Ebinger Gymnasium zeigt. Der 300 Kilogramm schwere Tresor wurde aus den Halterungen gewuchtet und abtransportiert. Der Bargeldverlust mag für Schulen und Träger noch zu verschmerzen sein. Doch in den Sekretariaten liegen Zeugnisse, Akten mit persönlichen Daten der Schüler, Prüfungsunterlagen – deren Verlust tut richtig weh.

Die Stadt Balingen, so Pressesprecher Jürgen Luppold, reagiert nicht auf die Einbrüche. Es gebe in allen Schulen Tresore; zumindest im Balinger Gymnasium auch eine Alarmanlage. Diese wird erst spätabends eingeschaltet. Beim Einbruch habe diese deshalb nicht ausgelöst.