Zollernalbkreis Der Januar hatte viel zu wenig Sonnenschein

Karl-Heinz Jetter an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Heselwangen.
Karl-Heinz Jetter an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Heselwangen. © Foto: Archiv
Zollernalbkreis / Karl-Heinz Jetter 04.02.2019
Der Januar tat sich schwer, als strammer Wintermonat durchzugehen. Dafür waren die Temperaturschwankungen zu hoch.

Die Temperatur im Januar schwankte über den Monat hinweg stark. Die Werte lagen zwischen minus 9,9 und plus 7,4 Grad Celsius. Letztendlich gab der Januar aber dem Winter den Vorzug. Der Monat war in der Gesamtbilanz eine Nuance zu kalt, viel zu dunkel und auch nässer und schneereicher als üblich.

Blickt man zurück so zeigt sich, dass es im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 bis 2010) bei uns im Januar plus 0,1 Grad kalt war, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee 49,1 Liter pro Quadratmeter fielen und die Sonne 84,9 Stunden schien. An Neuschnee gab es im Schnitt 21 Zentimeter und eine geschlossene Schneedecke an elf Tagen.

Der diesjährige Januar brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von minus 0,3 Grad Celsius (letztes Jahr: plus 4,6 Grad und der wärmste Januar seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen), auf 55,6 Liter Niederschlag (113 Prozent) und auf nur 46,1 Sonnenscheinstunden (54 Prozent). Dazu gab es heuer 40 Zentimeter Neuschnee und 22 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke.

Wohlgemerkt wurden die Werte an der Station in Balingen-Heselwangen in 573 Meter Höhe über dem Meer registriert. Auf den Höhen der Alb, in Bayern und in den Alpenländern gab es dagegen so viel Schnee, dass an manchen Orten der Notstand ausgerufen wurde und von einem Schneechaos die Rede war.

Das Jahr 2019 begann mit nasskaltem Schmuddelwetter und leichtem Schneefall ab dem 2. Januar. Zwei Tage später blieb der Schnee dann auch tagsüber liegen, und es schneite nun an jedem weiteren Tag. An der Station wurde eine geschlossene Schneedecke vom 4. bis 13. Januar registriert mit einer Maximalhöhe von 13 Zentimetern am 12. Januar.

Das war auch die Zeit, in der es an anderen Orten ein Vielfaches schneite und ein Schneechaos auslöste. Der Deutsche Wetterdienst vermeldete zum Beispiel aus Anger-Stoißberg (830 Meter über dem Meer) bei Bad-Reichenhall eine Schneehöhe von 240 Zentimetern und aus Freudenstadt Kniebis (860 Meter über dem Meer) von 120 Zentimetern.

Regen und Schnee ergaben bei uns in der ersten Monatshälfte 48,4 Liter Niederschlag, was fast der durchschnittlichen Monatsniederschlagssumme von 49,1 Litern im ganzen Januar entspricht. Die Sonne machte sich dagegen in der ersten Monatshälfte rar. Bis zum 15. ließ sie sich gerade mal sechs Stunden blicken. Häufig wird Baden-Württemberg als das sonnenscheinreichste Bundesland in den Mitteilungen des DWD genannt – heuer war es das sonnenscheinärmste Bundesland. Zwar kamen in der zweiten Monatshälfte nochmals 40,1 Stunden dazu – doch mit insgesamt nur 46,1 Sonnenscheinstunden wurde der Januar 2019 (gleich dem aus dem Jahr 2013) zum sonnenscheinärmsten an der Station seit Beginn der Messungen im Jahr 1991.

Am 16. Januar wurde dann der wärmste Januartag registriert. Die Sonne schien an diesem Tag 5,8 Stunden und erwärmte die Luft in zwei Metern Höhe bis auf 7,4 Grad Celsius. Gleich danach ging es aber mit der Temperatur steil bergab und der kurz zuvor gefallene Schnee blieb deshalb auch liegen.

Am Mittwoch, 23. Januar, gab es den kältesten Tag im Monat mit minus 9,9 Grad in der Luft und minus 10,9 Grad am Boden. Danach wurde es wieder wärmer. Während eines Luftdrucksturzes innerhalb eines Tages zum Monatsende hin von 1015 auf 990 Hektopascal (Millibar) wurde es windig und auf den Höhen stürmisch. Die letzten Tage im Januar waren wechselhaft aber in der Temperatur der Jahreszeit entsprechend.

7,4

Grad warm war der 16. Januar und damit schon ein Vorbote des nahen Frühlings. Dieser Mittwoch war der wärmste und sonnenreichste Tag des eher nassen und dunklen Monats.

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