Zahlreiche Lehrstellen sind im regionalen Handwerk unbesetzt geblieben. Demnach gibt es in der Region 1577 abgeschlossene Ausbildungsverträge – im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 7,5 Prozent.
Für Karl-Heinz Goller, Leiter der Ausbildungsabteilung der Kammer, kommt diese Entwicklung angesichts der Coronakrise nicht überraschend. „Ab März fanden praktisch keine Ausbildungsmessen und Berufsorientierungstage an Schulen statt. Damit entfielen in diesem Jahr wichtige Veranstaltungen, bei denen Jugendliche und Betriebe zusammenkommen. Das lässt sich nicht kurzfristig kompensieren.“

Betriebe wollen trotz Pandemie ausbilden

Auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe habe sich die Pandemie bislang nicht ausgewirkt, so Goller. „Das Angebot an freien Lehrstellen, die in unserer Online-Börse eingetragen sind, ist stabil.“ Für den Ausbildungsbeginn 2021 sind bereits über 720 Lehrstellen aus den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb gemeldet.
Goller erwarte deshalb, dass in den nächsten Wochen noch zahlreiche Neuverträge zustande kommen dürften. „Mancher Betrieb hat sich in diesem Jahr einfach mehr Zeit mit seiner Entscheidung genommen, um die wirtschaftliche Entwicklung besser einschätzen zu können. Verträge, die üblicherweise bereits im Frühjahr unter Dach und Fach sind, werden später geschlossen.“

Online-Speed-Dating: Handwerkskammer geht neue Wege

Um Jugendliche und Betriebe dabei zu unterstützen, geht die Handwerkskammer neue Wege. Seit dem 1. September läuft das erste Online-Speed-Dating: Dort können Jugendliche nicht nur offene Lehrstellen finden, sondern auch direkt Kontakt mit dem Betrieb aufnehmen und ein erstes Gespräch vereinbaren. Die Aktion läuft bis zum 31. Oktober 2020 und ist für Mitgliedsbetriebe kostenlos. Neu ist auch die kostenlose Azubi-Card, die ab Oktober jedem Auszubildenden Zugang zu vergünstigten Angeboten gewährt. „Wir wollen die Attraktivität der Ausbildung steigern. Die Vorteilskarte ist ein kleiner Baustein dazu“, sagt Goller.

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