Meßstetten/Stetten a. k. M. Da braut sich in den Rathäusern Ärger zusammen

 Auf dem Gelände des Zollernalbkaserne steht bereits schweres Gerät, wurden Busse, Transporter und auch Soldaten in Tarnuniform gesichtet. Ob sie Teil des Manövers sind, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.  Foto: Gudrun Stoll
Auf dem Gelände des Zollernalbkaserne steht bereits schweres Gerät, wurden Busse, Transporter und auch Soldaten in Tarnuniform gesichtet. Ob sie Teil des Manövers sind, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Foto: Gudrun Stoll © Foto: Gudrun Stoll
Meßstetten/Stetten a.k. M. / Gudrun Stoll 12.09.2018
Bundeswehr und Nato planen offenbar ein großes Manöver – und in den Gemeinden ist man ahnungslos.

Der Meßstetter Bürgermeister Frank Schroft weiß von nichts. Auch im Stettener Gemeinderat, der am Montag seine erste Sitzung nach der Sommerpause abhielt, fiel kein Sterbenswörtchen über Truppenbewegungen. Daher kann gemutmaßt werden, dass auch der Stettener Rathauschef Maik Lehn keine Ahnung davon hat, dass demnächst eine große Nato-Übung zur ABC-Abwehr anlaufen wird, die bis in die Region ausstrahlt.

Die Bürger und Behörden in Südbaden wissen mehr. Das ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr, das in Bruchsal stationiert ist, koordiniert offenbar die zweiwöchige Übung, die am kommenden Freitag in vier Staaten für 1500 Soldaten mit 170 Fahrzeugen beginnen werde, schreibt die Badische Zeitung.

Im am Dienstag veröffentlichten Bericht ist von 500 Soldaten die Rede, die den Ernstfall trainieren. Die Gemeinden, die von der Übung tangiert sind, seien vorab informiert worden, verweist die Zeitung auf entsprechende Informationen der Bundeswehr.

Weiter heißt es, dass sich 450 bis 550 Soldaten aus Bruchsal sowie aus Staaten wie Italien, Tschechien, Slowakei, Kanada und Großbritannien ab Montag, 17. September, von Speyer nach Südbaden bewegen werden und dabei Abwehrverfahren gegen die Wirkung von atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln üben. Es sei damit zu rechnen, dass die Soldaten in Kolonnen unterwegs sind.

Vom zuständigen Presseoffizier in Bruchsal hat die Badische Zeitung außerdem erfahren, dass es sich um ein freilaufendes Manöver handle. Die Truppe sei nicht an Kasernen gebunden, übe das Erkunden und die Entgiftung von Kampfstoffen auch auf dem Gelände von Fabriken und Gemeinden. Über die Marschroute sollen die Soldaten vorab nichts erfahren.

Soweit, so gut. Nur: Im gleichen Atemzug verrät der Offizier, dass diese bislang größte ABC-Abwehrübung der Nato in Stetten a.k.M. beginnen soll, Donaueschingen einbezieht und auch Sigmaringen tangiert. Doch auf dem Großen Heuberg scheint niemand informiert, dass vor der Haustüre zum Manöver geblasen wird. Ob die Geschäftigkeit in der Zollernalbkaserne in Meßstetten ebenfalls im Drehbuch steht? Auf dem Geißbühl ist schweres Gerät aufgefahren, wurden Soldaten gesichtet. Mehr weiß man nicht.

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