Es gibt einen bestätigten Coronafall an der Grundschule in Schömberg, teilte am Dienstag Landratsamtssprecherin Marisa Hahn auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Zuvor hatten sich besorgte Eltern bei unserer Zeitung gemeldet, die auf weitere Informationen warteten.
„Das Gesundheitsamt ist derzeit dabei, die entsprechenden Eltern zu kontaktieren“, hieß es am Dienstagnachmittag in der Mitteilung des Landratsamts. Die betroffene Klasse werde in Quarantäne geschickt.

Coronafall ist schon seit Samstag bekannt

Ursprünglich war man im Landratsamt von zwei Fällen ausgegangen. Ein weiterer Fall sei noch offen, führte Marisa Hahn aus, und deshalb noch nicht in der täglichen Fallübersicht gelistet.
Der bestätigte Fall ist dem Gesundheitsamt bereits seit Samstag bekannt – und tauchte in der Tagesstatistik des Landratsamts auf. Allerdings sei eine Kontaktaufnahme mit den Eltern erst am Montag möglich gewesen. Deshalb habe man auch erst zu diesem Zeitpunkt mit der Kontaktnachverfolgung beginnen können, so Marisa Hahn.

Nach Symptomen nicht mehr in der Schule

Marisa Hahn geht davon aus, dass das betroffene Kind bereits nach Auftreten der ersten Symptome nicht mehr in der Schule gewesen ist. Der Familie sei seitens des Gesundheitsamts mitgeteilt worden, dass sie sich zusammen mit ihrem Kind in häusliche Isolation begeben müsse.
Sämtliche Schülerinnen und Schüler der Grundschule wurden dann erst am Dienstag gegen 12 Uhr nach Hause geschickt – und zwar ziemlich überstürzt. „Heute gab es an der Grundschule in Schömberg ein sehr abruptes Ende des Schulunterrichts“, teilte Heiko Maier, der Vater eine Grundschülerin, die aber nicht die betroffene Klasse besucht, mit. Sein Kind sei gegen 12 Uhr nach Hause geschickt worden – und zwar lediglich mit dem Hinweis, jemand habe Corona.

Infos über private Whatsapp-Sprachnachricht

Der Vater eines Kindes, das in der betroffenen Klasse unterrichtet wird, erhielt nachmittags eine Whatsapp-Sprachnachricht von einer Mutter, in der er darauf hingewiesen wurde, dass es in der Klasse seiner Tochter einen Coronafall gebe. Die Kinder sollen bis zum 23. September zuhause bleiben, hieß es dort weiter.

Eltern fahren zur Schwerpunktambulanz

Eine offizielle Benachrichtigung habe er, Stand 18 Uhr, nicht bekommen, teilte uns der Vater mit. Um Klarheit über eine mögliche Corona-Infektion zu bekommen, fuhr die ganze Familie am Dienstagnachmittag auf eigenen Faust zum Corona-Testzentrum nach Balingen, um sich testen zu lassen.
Dort trafen sie auf andere Eltern aus Schömberg, die sich und ihre Kinder testen ließen. Jetzt werde seine Familie bis zum Erhalt des Ergebnisses in häuslicher Quarantäne bleiben, sagte der Vater.

„Die Situation ist total chaotisch“

Während er die Arbeit des Corona-Testzentrums lobt, ist er verärgert über den Informationsfluss an die Eltern. „Die Situation ist total chaotisch“, führt er aus.
Auch der andere Vater ist sauer über die Informationen, die nicht oder erst sehr spät geflossen seien. „Wir sind persönlich in der positiven Lage, dass bei uns jemand zuhause war“, schreibt er. Es seien aber viele Eltern um diese Zeit nicht zuhause gewesen und die Grundschulkinder seien vor verschlossenen Türen gestanden.

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