Am 14. März ist Karl-Josef Sprenger zum dritten Mal zum Bürgermeister von Schömberg gewählt worden. Bereits die Wahl war von Corona überschattet und das Thema sollte den Stadtchef die vergangenen Monate über weiter begleiten. Am 12. April hat das Landratsamt die Wahl bestätigt und am Mittwochabend nahm die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Kipp in der Stauseehalle die erneute Verpflichtung Sprengers in die dritte Amtszeit vor – im Beisein von Sprengers Ehefrau Nadja und einigen Zuhörern.

Nur eine Verpflichtung

Auf eine Vereidigung wurde verzichtet, da Sprenger den Amtseid bei seiner ersten Wahl geleistet hat. Kerstin Kipp war die Erste, die ihrem Ratskollegen gratulierte. „Es gibt vieles, was wir anpacken wollen“, forderte sie ihn auf.
Gratulant Nr. 2 war Landrat Günther-Martin Pauli, der auf die besonderen Verhältnisse der Amtsverpflichtung hinwies: „Der Landrat ist maskiert und der Bürgermeister ebenso.“ Es sei eine sehr schwierige Phase, die die Gesellschaft derzeit erlebe, so Pauli. Glücklicherweise sei die Inzidenz nun auch im Zollernalbkreis im Abschwung.

Mit offenen Visieren gekämpft

Der Landrat bedankte sich bei Sprenger für die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit, auch als Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes Oberes Schlichemtal. Pauli freute sich über den erneuten Wahlsieg des Schömberger Bürgermeisters: „Aller guten Dinge sind drei.“ Karl-Josef Sprenger sei nicht immer einfach unterwegs, aber die beiden hätten stets mit offenen Visieren gekämpft, betonte Pauli. Der Landrat richtete den Blick in die Zukunft der Stauseestadt, die noch vor vielen „Baustellen“ stehe, die auch den Landkreis betreffen würden. Sei es die B 27 oder der Regiobus. „Das sind Herkulesaufgaben.“

Es braucht den Rückhalt der Bürger

Die Aufgabe des Bürgermeisters sei nicht immer leicht, denn es gebe viele heilige Kühe, führte Pauli aus. Auch als routiniertes Stadtoberhaupt brauche es den Rückhalt der Bürger. Den Schömbergern bescheinigte Pauli, dass sie engagierte und eifrige Menschen seien. Er wandte sich direkt an die anwesenden Stadträte: „Sie haben als Hauptorgan eine wichtige Funktion.“
Was den Gemeindeverwaltungsverband betrifft, forderte er Sprenger auf, Diplomatie walten zu lassen. Rivalitäten und Eitelkeiten hätten hier keinen Platz.

Lange Zeit war der Kreis vor der Lage

Wie sehr ihm die Anfeindungen gegen seine Person zusetzen – „ich musste Schimpf und Schande über mich ergehen lassen“ – war spürbar, als der Landrat über Corona und sein bisheriges Handeln sprach. Die Pandemie habe alle getroffen und der Landkreis habe sein Bestmögliches getan. „Wir waren immer vor der Lage“, bekräftigte der Landrat. Auch bei der Krankenhauspolitik habe sich der Landkreis nicht weggeduckt und eine Privatisierung des Zollernalb-Klinikums abgewehrt. „Transparenz und Kommunikation sind mir wichtig“, so Pauli. Deshalb fand und findet in der Krisenzeit ein regelmäßiger Austausch mit den Bürgermeistern im Kreis statt.

Fassungslose Zahlen

Dann änderte sich die Lage. „Das hat weh getan, als im Landkreis die Inzidenz nach oben schnellte und wir die höchsten Zahlen hatte“, bekannte der Landrat. Diese Entwicklung habe ihn und sein Team fassungslos gemacht. Auf der „Spurensuche“ sei man nun auf eine mögliche Erklärung für die hohe Inzidenz gestoßen: Offenbar wurden Patienten mit Symptomen an den Wochenenden beim Besuch des ärztlichen Notdienstes im Klinikum in Balingen nach Hause geschickt. Der Landkreis werde die Vorgänge aufarbeiten, versicherte Pauli, denn die Menschen hätten ein Recht auf Aufklärung.
Karl-Josef Sprenger bedankte sich bei Pauli: „Wir haben vieles gemeinsam schultern können.“ Sprenger zeigte Verständnis für die Lage des Landrats: „Das ist für jeden Neuland und für den, der es umsetzen muss, nicht immer einfach.“ Derzeit spüre man die Last der Verantwortung besonders. Sprenger bedankte sich noch explizit bei Pauli, den er am Sonntag wegen eines Coronafalls erreicht habe.
Den Wink des Landrats bezüglich des Gemeindeverwaltungsverbandes hat Sprenger verstanden. „Wir sollten räumlich und gedanklich zusammenrücken“, stellte er fest. Bei seinem Gemeinderat bedankte sich der Bürgermeister ganz besonders. Auch im Hinblick auf die Coronamaßnahmen: „Sie haben alles mitgetragen.“

Die dritte Amtszeit angestrebt

Gemeinsam habe man vieles angestoßen. „Und das möchte ich mit Ihnen zu einem guten Ende bringen, deshalb habe ich eine dritte Amtszeit angestrebt“, forderte Sprenger das Gremium zur weiteren konstruktiven Mitarbeit auf. Und fügte noch eine Bitte an: „Ich wünsche mir dabei einen faire und offene Zusammenarbeit, bei der der Ton stimmt.“ Glücklicherweise sei Schömberg noch in der Lage, gestalten zu können.