Wie die Neue Rottweiler Zeitung (NRWZ) berichtet, waren bei Routinekontrollen mehrere Patienten und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin wurden sämtliche Krankenhausbeschäftigten getestet, Operationen verschoben und wenn möglich Patienten auf andere Krankenhäuser in der Nähe verlegt.

55 Mitarbeiter positiv getestet

Mit Stand vom Freitag wurden 55 Beschäftigte der Klinik positiv getestet. Auch zwei Patienten wurden als positiv identifiziert und auf die Isolierstation verlegt. „Einen Hinweis auf eine Mutante gibt es seitens des Labors derzeit nicht“, so eine Kliniksprecherin.
Nun hat das Gesundheitsamt die Absonderung der Klinik beschlossen. Externe Personen dürfen das Gebäude nicht mehr betreten.

Pendlerquarantäne für alle Beschäftigten

Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege, dem ärztlichen Dienst, den Funktionsbereichen und dem OP, für Reinigungs- und Servicekräfte und für alle Mitarbeiter im Lager, in der Apotheke und in der Verwaltung hat die Anordnung weitreichende Folgen: Sie alle sind ab sofort in der sogenannten Pendlerquarantäne.
Sie gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 1, kurz KP1. Als solche dürfen Sie lediglich von ihrem Wohnort zur Klinik fahren und zurück. Zuhause müssen sie sich von der Familie absondern – also keine gemeinsamen Mahlzeiten einnehmen, auf die Desinfektion von Flächen in Küche und Bad achten und Abstand zu den Familienmitgliedern halten.
„Wer positiv getestet wurde, ist natürlich von der Regelung ausgenommen, er bleibt in Quarantäne zuhause“, so die Klinik-Sprecherin.

Alle Patienten sind Kontaktpersonen

Auch alle Patienten, die derzeit stationär in der Klinik sind, gelten als KP1. Ihre Entlassung erfolgt laut der Pressemitteilung der Einrichtung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Notfälle werden weiterhin in der Klinik behandelt, auch hier greift dann die Regelung, dass sich die Patienten nach der Notfallbehandlung im Rottweiler Krankenhaus in häusliche Quarantäne begeben müssen.
Der Kreißsaal der Klinik bleibt wie gewohnt in Betrieb, und es ist weiterhin eine Begleitperson zur Geburt möglich. Allerdings darf diese Begleitperson nach der Geburt nicht auf die Wöchnerinnenstation, wie dies bisher der Fall war, sondern muss das Krankenhaus wieder verlassen und sich ebenfalls in häusliche Absonderung begeben. Besuche des Partners auf der Wöchnerinnenstation sind bis auf Weiteres ebenfalls untersagt.
Alle eingemieteten Praxen in der Helios-Klinik Rottweil sowie die Dialyse sind von der Absonderung ausgenommen, deren Patienten gelten laut Absonderungsbescheid nicht als Kontaktpersonen Kategorie 1. Sie können also Ihre Arzttermine weiterhin wie geplant wahrnehmen.

Keine Verlegungen ins Zollernalb Klinikum

Wie das Zollernalb Klinikum auf Anfrage mitteilt, hat es aufgrund des Corona-Ausbruchs in der Helios-Klinik keine Patientenverlegungen nach Balingen oder Ebingen gegeben.
Zwar habe man Ende Januar eine beatmete Covid-Patientin übernommen, die sich auch noch in Behandlung befindet, die Verlegung habe aber nichts mit dem Corona-Ausbruch zu tun, sondern Kapazitätsgründe.
„Die Verlegung zu uns erfolgte, da die Bettenkapazität des Versorgungsclusters Freiburg erschöpft war“, teilt das Klinikum mit. Das Zollernalb Klinikum, das im Gegensatz zur Rottweiler Helios-Klinik zum Tübinger Cluster gehört, konnte die Patientin, für die in Rottweil kein Bett frei war, aufnehmen.