Die Coronavirus-Pandemie hat auch im Zollernalbkreis zuletzt wieder und wieder traurige Rekorde gebrochen. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 199,6. Dementsprechend beschäftigt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt, das im Zentrum am Fürstengarten in Hechingen angesiedelt ist.
Die Mitarbeiter sahen sich zuletzt aber zusätzlich mit einigen gleichlautenden Anfragen zur Pandemie konfrontiert. Den „Druck auf die Behörden erhöhen“ will man damit, heißt es auf einschlägigen Portalen, wo genau diese Standardanfragen als Vorlage angeboten werden. Diese Portale haben Verbindung zur „Querdenker“-Szene, doch wer die Anfragen gestellt hat, ist unklar.

Ziel: Gesundheitsämter lahmlegen

Bundesweite Medienberichte zeigen, dass diese Anfragen keine Seltenheit sind. Dem Ärzteblatt sagte eine Sprecherin der Stadt Kiel: „Offensichtlich wurde hier versucht, das Gesundheitsamt lahmzulegen.“
Lahmlegen lassen haben sich die Kollegen der hiesigen Kreisbehörde jedoch nicht. Denn das Justiziariat hat den Vorgang übernommen, wie Behördensprecherin Marisa Hahn auf Anfrage mitteilt.

Justiziariat muss sich beschäftigen

Die Rechtsabteilung kommt zum Ergebnis: Ein großer Teil der Fragen wäre nicht im Rahmen des Tagesgeschäfts zu beantworten gewesen. Zudem müsse ein großer Teil der Fragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz auch gar nicht beantwortet werden. Die Beschaffung der Antworten wäre sehr zeitaufwändig und die Daten würden nicht vorliegen, heißt es weiter.
„Ein anderer Teil der Fragen hätten sich die Bürger mit Hilfe unserer Corona-Seite oder dem Dashboard selbst beantworten können“, sagt Hahn.
„Unser Justiziariat hat die noch offenen Punkte beantwortet und konnte dadurch das Gesundheitsamt entlasten.“