Onstmettingen Burg aus Styropor und Sand

Onstmettingen / JASMIN ALBER 19.04.2012
In der kargen Wüste, in einer Eislandschaft oder auf einer mächtigen Burg: Immer samstags liefern sich Armeen von Robotern, Kriegern oder "Herr der Ringe"-Figuren in Onstmettingen spannende Kämpfe.

Natürlich geht es nicht um echte Kämpfe, die illegal in düsteren Räumen ausgetragen werden. Die Mitglieder des Tabletop-Clubs "Dark Legion" lassen in Rollenspielen selbst bemalte Miniaturfiguren kämpfen. Ob mittelalterliche Szenarien bei "Warhammer Fantasy" mit Elfen, Echsenmenschen und anderen Bestien der Dunkelwelt oder futuristische Roboterschlachten in "BattleTech" - alle zwölf Spieltische im Clubraum wurden von den Tabletoppern selbst gestaltet.

Doch so kostspielig, wie die Spieltische aussehen, sind sie eigentlich gar nicht, sagt Manuel Menzel. In vielen Arbeitsstunden - er schätzt, es waren 80 bis 200 - erschuf er eine Burg aus dem Mittelalter. Obwohl das Gebäude wie aus echtem Stein gebaut wirkt, sei "hauptsächlich Abfall" verwertet worden, sagt Manuel Menzel schmunzelnd. Aus Holzresten, Verpackungsstyropor, Pappe und Farbresten entstand so eine eindrucksvolle Festung. Für die Landschaft wurden Füllstoff und Spielkastensand benutzt. Insgesamt habe das Material für die Burg mit Gelände in Rasenoptik etwa zwei Euro gekostet.

Ähnlich arbeitet auch Hartmut "Hatty" Schöne. Sein aktuelles Projekt ist eine Mine - frei nach Tolkiens Moria aus "Herr der Ringe". Aus Styrodur, das eigentlich für die Häuserdämmung verwendet wird, entsteht der Stollen auf einer Platte, die etwa zweimal so groß ist wie ein regulärer Tabletop-Spieltisch.

Wie bei den meisten Tischen bauen Manuel Menzel und Hartmut Schöne die Gelände- und Landschaftsteile in Modulen. Das heißt, dass die Spieltische individuell und abwechslungsreich angeordnet werden können und so immer wieder neue Spielsituationen entstehen.

Das Material für die Tische bekomme man in Schreibwarenläden, beim Bastelbedarf oder auch im Baumarkt. Zweckentfremdet und verarbeitet wurden aber auch schon Kugelschreiberteile.

Was für die Gestaltung eines Tisches taugt, lässt sich also nicht generalisieren. "Man kriegt irgendwann den Blick dafür", sagt Hartmut Schöne. Er ist mit seinen 50 Jahren zugleich der älteste Bastler und Spieler im "Dark Legion Tabletop Club". Das jüngste Mitglied hingegen ist 14 Jahre alt.

Info Wer sich für das Tabletop-

Spielen interessiert oder mehr

darüber erfahren möchte, kann immer samstags (ab 14 Uhr) im Clubraum von "Dark Legion" in der Schwabstraße 20 im Albstädter

Stadtteil Onstmettingen

vorbeischauen.

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