Der Albstädter Verein, der sich vornehmlich für Kinder in Bulgarien engagiert, steht vor der Auflösung. In der jüngsten Hauptversammlung haben die Mitglieder der Auflösung zugestimmt. Bis zum 31. Dezember dieses Jahres wird die Bulgarienhilfe Albstadt“ noch existieren. Das Engagement des Albstädter Vereins wird anschließend auf den Hechinger Verein Kinder brauchen Frieden übertragen, informiert dessen Vorsitzende Jürgen Müller. „Der Albstädter Verein wird in den Hechinger Verein integriert.“

Jürgen Müller hat die Bulgarienhilfe in Albstadt gegründet, hat sich gleichzeitig aber auch im Hechinger Verein engagiert. Vor zwei Jahren übernahm er den Vorsitz in Hechingen – ein Doppelengagement, das Müller nicht mehr lange aufrecht erhalten kann. Zu aufwendig sei die doppelte Bürokratie, nennt Müller als Grund für die Auflösung. So käme nun künftig alles aus einer Hand. Die Projekte aus Albstadt und Hechingen hätten sich ohnehin schon in vielen Bereichen überschnitten.

Michael Bierlmeier gründete 1993 den Verein Kinder brauchen Frieden und hatte dessen Vorsitz inne. Vor zehn Jahren starb Bierlmeier. Seine Frau führte den Verein weiter. Als sie sich vor zwei Jahren entschloss, ihr Amt abzugeben, bot sich Jürgen Müller an: „Wir waren gute Freunde. Ich fühlte mich verpflichtet, das Werk von Michael weiterzuführen“, begründet Müller seine Entscheidung, zwei Vereine gleichzeitig zu führen.

Einen kompletten Vorstand hat es bei der Albstädter Bulgarienhilfe zwar gegeben, doch der zweite Vorsitzende, sagt Müller, ist ein Student aus Bulgarien, der am Ende des Jahres, respektive am Ende seines Studiums, wieder nach Bulgarien zurück gehe. „Wir profitieren alle von der Zusammenführung“, ist sich Müller sicher.

150 Mitglieder zählt die Bulgarienhilfe Albstadt zur Zeit, gibt Müller an. Die Mitglieder und die Paten wolle er noch offiziell per Schreiben über die Auflösung informieren und gleichsam dazu einladen, sich Kinder brauchen Frieden anzuschließen.

Das Schreiben wird aber noch etwa sechs Wochen auf sich warten lassen. Zuvor muss der formell gefasste Beschluss, sich aufzulösen, auch notariell gefasst werden.