Meßstetten Bürgermeister Schroft zieht positives Fazit

Seit der von Bürgermeister Frank Schroft (rechts) angestoßenen Umstrukturierung im Rathaus leitet Stadtamtsrat Michael Glökler das Sachgebiet Zentrale Dienste, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit.
Seit der von Bürgermeister Frank Schroft (rechts) angestoßenen Umstrukturierung im Rathaus leitet Stadtamtsrat Michael Glökler das Sachgebiet Zentrale Dienste, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit. © Foto: Volker Schweizer
Meßstetten / Volker Schweizer 16.04.2018
Das Meßstetter Rathaus wurde arbeitstechnisch umgekrempelt.

Schon gleich nach dem Führungswechsel im September 2015 erkannte der junge Bürgermeister, dass sich in der Amtsstube etwas ändern muss. Den Aufbau und den Ablauf in der Verwaltung zu optimieren, war nicht nur ihm, sondern auch dem Gemeinderat ein wichtiges Anliegen. Und so wurde die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg (GPA) beauftragt, ein Organisationsgutachten zu erstellen. Dabei ging es um Fragen wie: Ist die Personalausstattung angemessen? Sind die Aufgaben sinnvoll verteilt und können Kompetenzen gebündelt werden?

Wichtig war Schroft dabei, die Mitarbeiter anzuhören und von Beginn an zu beteiligen. Zwei Ergebnisse aus einer anonymen Umfrage freuten ihn besonders – das gute Betriebsklima und die „sehr schönen Räumlichkeiten“.

Zusammengefasst wurde das rund 100-seitige Gutachten in einen mehrseitigen Handlungsleitfaden, den die Stadt schon nahezu vollständig umgesetzt hat. Zu den größten Neuerungen zählt die Gliederung der drei Ämter – Hauptamt, Kämmerei und Stadtbauamt – in neue Sachgebiete. Dem Hauptamt und seinem Leiter Thomas Berg unterstehen nunmehr die Bereiche „Gesellschaft, Bildung, Kultur und Sport“, „Zentrale Dienste, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „Bürgerservice und Ordnung“. In der Finanzverwaltung unter Kämmerer Jürgen Buhl kamen die Gebiete „Abgaben, Beiträge und Liegenschaften“ sowie „Sozialstation mit Nachbarschaftshilfe“ hinzu. Das Stadtbauamt, das im Juli einen neuen Leiter bekommt, erhielt ein neues Gebiet namens „Projektsteuerung, Stadtentwicklung und -sanierung, Bauordnung und Bauleitung“. Der ehemalige Leiter des Bauamtes, Markus Wissmann, ist künftig als Sachgebietsleiter für den Bereich „Stadtplanung und Bauverwaltung“ verantwortlich.

Zusammengefasst betrachtet hat die GPA lediglich zwei zusätzliche und höherwertige Stellen auf der Ämter- und Sachgebietsleiterebene empfohlen, die mittlerweile auch schon durch den Gemeinderat besetzt wurden. „Wir sind im Vergleich zu anderen Städten unserer Größenordnung allerdings immer noch unter dem Schnitt, was die Personalausstattung anbelangt, und das wird auch so bleiben“, betont der Bürgermeister.

Doch was hat sich konkret bei der Neugestaltung der Arbeitsprozesse geändert? Die Zeiten, in denen sich beispielsweise alle drei Ämter mit den Feuerwehren beschäftigen mussten, sind vorbei. „Die Aufgaben werden nicht mehr personen-, sondern sach- und ämterbezogen erledigt“, nennt Schroft einen weiteren Vorteil der Umstrukturierung. Thomas Faigle ist zudem der neue Breitbandkoordinator der Stadt, der künftige Stadtbaumeister wird sich gleichzeitig als Konversionsbeauftragter um die Fortentwicklung der ehemaligen Zollernalb-Kaserne kümmern.

Kein ständiger Dorfsheriff

Das sind zwei Aufgabenbereiche, die dem Meßstetter Schultes besonders am Herzen liegen und seiner Ansicht nach große Entwicklungsperspektiven für die Gesamtstadt darstellen. Und, so Schroft weiter, „wir können durch eine angemessene Personalausstattung künftig viele Themen proaktiv angehen“, soll heißen, dass Aufgaben nicht erst durch Beschwerden angegangen werden.

Wo? Die Feststellung von Ordnungswidrigkeiten nennt Schroft beispielhaft. Künftig wird ein Mitarbeiter stundenweise in den Außendienst gehen, um Kontrollen zu machen. „Einen ständigen Dorfsheriff wird es mit mir allerdings nicht geben“, stellt der Bürgermeister klar.

Darüber hinaus hat Frank Schroft die Ämter räumlich zusammengelegt. Die Kämmerei zog ins zweite Obergeschoss, das Bauamt ins Erdgeschoss, das Hauptamt blieb im ersten Obergeschoss. Um den Bürgern kurze Wege zu ermöglichen, sind im Erdgeschoss künftig alle Ämter angesiedelt, mit denen die Bürger häufiger in Kontakt sind. Außerdem wurden Anfang des Jahres die Öffnungszeiten so verändert, dass zum Beispiel auch in der Mittagspause Behördengänge möglich sind. Ein zusätzlicher Service für die Bürger, den Schroft schon bei seiner Wahlkampftour angekündigt hat. „Wir sind unserem Ziel, schneller, effizienter und moderner zu werden, einen großen Schritt nähergekommen“, so das Fazit des Bürgermeisters. Er verhehlt nicht, dass es am Anfang des Prozesses auch enttäuschte Gesichter gegeben habe. Aber nunmehr seien wohl die meisten Mitarbeiter mit der neuen Aufgabenverteilung zufrieden. Sie würden es wertschätzen, nicht nur gefordert, sondern auch gefördert zu werden.

Ob in einzelnen Fällen eine Nachjustierung notwendig ist, soll die Evaluierung nach einem Jahr zeigen.

Auch im Bauhof stehen Veränderungen an

Zukunft Auf Schrofts Agenda steht auch die Umstrukturierung des städtischen Bauhofs. Hier sieht er ebenfalls Optimierungsbedarf und auch -potenzial, das er zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern noch in diesem Jahr angehen will.

Resümee Der Bürgermeister blickt optimistisch in die Zukunft. Er baue auf sein engagiertes und motiviertes Führungsteam und ist auch zuversichtlich, dass die Stadt Meßstetten für die anstehenden und großen Herausforderungen gewappnet sei.

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